Das Buch Richter
Judas und Simeons Sieg über die Kanaaniter (Ri. 1 - 3)
Deboras und Baraks Sieg über Sisera(Ri. 4.1 - 6:32)
Der Richter Gideon (Ri. 6:33 - 9:57)
Die Richter Tola, Jair, Jiphtach, Ibzan, Elon und Abdon (Ri. 10 -12)
Der Richter Simson (Ri. 13 - 16)
Der Götzendienst Michas und der Umzug der Daniter (Ri. 17 + 18)
Die nahezu völlige Ausrottung des Stammes Benjamin (Ri. 19 - 21)
Einführung
Ein
Richter war ein Führer des Volkes Israel oder einzelner Stämme;
er übte nicht nur die richterliche Gewalt aus, sondern auch die
politische und militärische. Manche erfüllten auch
priesterliche Aufgaben. Sie wirkten nicht alle nacheinander, sondern
manche auch gleichzeitig mit anderen.
Die zwölf Stämme
waren durch ihr gemeinsames Heiligtum, das Zelt des Zeugnisses, mit
Jewe und miteinander verbunden, was sich aber nicht immer kraftvoll
auswirkte, weil es ihnen an der Glaubenstreue zu Jewe mangelte. Waren
sie ungehorsam, gab Jewe sie den Feinden preis. Schrien sie dann um
Rettung zu Jewe, erweckte Er ihnen einen Richter, einen Retter aus
der Not.
Die Zeit der Richter ist auf das Jahr 1395 v. Chr.
Anzusetzen, als Israel von Kuschan Rischatajim, dem König von
Aram Naharajim (Mesopotamien) (Ri. 3:8), unterdrückt wurde,
genau genommen auf das Auftreten Otniels im Jahr 1387 v. Chr. (Ri.
3:9). Die Richterzeit endete mit dem Regierungsantritt des Königs
Saul im Jahr 1065 v. Chr., im weiteren Sinne mit dem Tod des Richters
Samuel im Jahr 1027 v. Chr. (1. Sam. 25:1). Das Buch der Richter
berichtet mithin über einen Zeitraum von rund 350 Jahren.
Die
zeitliche Einordnung bewegt sich im Rahmen folgender Daten: Der
Auszug aus Ägypten fand im Jahr 1460 v. Chr. Statt, 480 Jahre
vor der Gründung des Tempels durch König Salomo im Jahr 981
v. Chr. (1. Kön. 6:1; 2. Chron. 3:2). Josua war im Jahr 1421 v.
Chr. der Führer des Volkes geworden und hatte das Land im Jahr
1414 v. Chr. den Stämmen zugeteilt (Jos. 14:1 - 5). Wann er
starb, wissen wir nicht. Nach seinem Tod diente Israel dem Jewe in
den Tagen der Alten (Jos. 24:31). Doch bald begann der Niedergang
Israels.
Eine weitere Zeitangabe: 300 Jahre nach der Eroberung
Hebrons im Jahr 1421 v. Chr. trat Jiphtach sein Richteramt an (Ri.
11:6, 26), also im Jahr 1121 v. Chr..
Im Rahmen der zeitlichen
Orientierung muss Apostelgeschichte 13:18 - 20 angesprochen werden:
„Über eine Zeit von etwa vierzig Jahren trug Er sie wie
eine Nährende in der Wildnis. Nachdem Er sieben Nationen im Land
Kanaan gestürzt hatte, verteilte Er deren Land durch das Los in
etwa vierhundertfünfzig Jahren. Danach gab Er ihnen Richter bis
auf den Propheten Samuel”. Da von der Erwählung der Väter
die Rede ist (Ap. 13:17) und Isaak ein Kind der Verheißung war
(Röm. 9:8 - 10), rechnen die 450 Jahre von der Geburt Isaaks im
Jahr 1865 v. Chr. (Monat unbekannt) an; es
folgten 404 Jahre bis zum Auszug aus Ägypten, 40 Jahre der
Wanderung in der Wildnis und 6 Jahre der Eroberung des Landes (Jos.
14:5-10). In diesen 450 Jahren, zu ihrem Ende schließlich,
wurde das verheißene Land durch das Los verteilt.
Kapitel 1
Der Sieg über die Kanaaniter
1
Und es geschah nach dem Tod Josuas, da erfragten die Söhne
Israels bei Jewe, sprechend: Wer der Unsrigen soll zu Beginn zu dem
Kanaaniter hinaufsteigen, um gegen ihn zu streiten?
2
Und Jewe sprach: Juda steigt hinauf. Da!
Ich gab das Land in seine Hand.
3 Und Juda sprach zu Simeon, seinem Bruder: Steige mit mir hinauf in mein Los (in das mir durch das Los zugefallene Land), und wir wollen gegen den Kanaaniter streiten, und ich, auch noch ich, gehe mit dir in dein Los. Da ging Simeon mit ihm.
4
Und Juda stieg hinauf, und Jewe gab den Kanaaniter und den Perisiter
in ihre Hand, und sie schlugen sie in Besek, 10.000 Mann.
Josua hatte befohlen, die zugelosten Stammesgebiete einzunehmen (Jos. 18:3; 23:5). Wer sollte beginnen (Vers 1)? Sicherlich wandte Israel sich an den Hohepriester, der Jewe mittels der Urim („Erlichtungen”) und Tumim ("Vollendungen") befragte (2. Mose 28:30; 4. Mose 27:21).
Gemäß
Jakobs Prophetie über seine Söhne war Juda besonders
kampfkräftig (1. Mose 49:8). Die Perisiter waren eines der
kanaanitischen Völker. Das Bündnis Judas mit Simeon war
sinnvoll, weil dessen Stammesgebiet sich im Süden an das Judas
anschloss (Jos. 15:1 - 12; 19:1 - 9). Im Übrigen hatten beide
Lea zur Mutter (1. Mose 29:33, 35).
Jewe hatte ihnen das Land
bereits gegeben (Vers 2). Folglich gewannen sie es.
Adoni-Besek
5
Und sie fanden (König) Adoni-Besek in Besek und stritten gegen
ihn; und sie schlugen den Kanaaniter und den Perisiter.
6
Und Adoni-Besek floh, und sie verfolgten
ihn hinter ihm her und erfassten ihn und endeten die Daumen seiner
Hände und seiner Füße ab.
7
Da sprach Adoni-Besek: Siebzig Regenten – die Daumen ihrer
Hände und ihrer Füße waren abgeendet worden –
lasen unter meinem Tisch auf; so wie ich getan hatte, also erstattet
es mir der Elohim. Und sie brachten ihn nach
Jerusalem, und er starb dort.
8
Und die Söhne Judas stritten gegen Jerusalem und eroberten sie
(die Stadt) und schlugen sie mit dem Mund (der Schneide) des
Schwertes; und die Stadt ließen sie im Feuer aufgehen.
9
Und danach stiegen die Söhne Israels hinab, um gegen den
Kanaaniter zu streiten, der in den Bergen und im Süden und in
der Niederung wohnte.
10
Und Juda ging zu dem Kanaaniter, der in Hebron wohnte, und der Name
Hebrons war vordem Kirjat Arba; und sie schlugen Scheschaj und
Achiman und Talmaj.
...
Adoni-Besek
sah seine Verstümmelung durchaus als gerechtes
Gericht Gottes
an (Vers 7).
Kaleb und seine Tochter Achsa
11
Und er (Kaleb) ging von dort zu den Bewohnern Debirs; und der Name
Debirs war vordem Kirjat-Sepher.
12
Und Kaleb sprach: Wer Kirjat-Sepher schlägt und sie erobert, dem
gebe ich meine Tochter Achsa zur Frau.
13
Da eroberte sie Otniel, der Sohn (oder Nachkomme) des Kenas, ein
Bruder (oder: Neffe) Kalebs, der jüngere als er; und er gab ihm
seine Tochter Achsa zur Frau.
14
Und es geschah bei ihrem (der Achsa) Kommen, da verleitete
(verlockte) sie ihn (den Otniel, zuzustimmen), von ihrem Vater das
Gefild zu erfragen (erfragen zu dürfen); und sie drängte
(glitt eilends) herab von dem Esel, und Kaleb sprach zu ihr: Was ist
dir?
15 Und
sie sprach zu ihm: Gewähre mir eine Segnungsgabe, denn ein Land
des Südens (dürres Land; Negev) gabst du mir, so gibst du
mir auch Wasserquellen. Da gab Kaleb ihr die oberen Quellen und die
unteren Quellen.
16
Und die Söhne des Keniters, des Schwagers des Mose, waren samt
den Söhnen Judas aus der Palmenstadt (Jericho) hinaufgestiegen
zur Wildnis Juda, die im Süden von Arad (liegt); und er (der
Keniter, d. h. alle seine Nachkommen) ging
hin und wohnte dort bei dem Volk.
...
Otniels
Belohnung war die Braut, für die er keinen Brautpreis zu
bezahlen brauchte. Zudem bat Achsa um eine besondere Gunst, nämlich
zwei Wasserquellen als Brautsegen ihres Vaters.
Die Keniter
waren Nachkommen des Schwagers des Mose, Chobab, dem Sohn des
Midianiters Jitro (Reul).
Jewe war mit Juda
17
Und Juda ging mit seinem Bruder Simeon, und sie schlugen den
Kanaaniter, der in Zephat wohnte; und sie verbannten sie (die Stadt;
sie zerstörten sie völlig) und man rief den Namen der Stadt
Chorma ("Verbannte").
18
Und Juda eroberte Gaza und (alles innerhalb) ihrer Grenze und
Aschkelon und (alles innerhalb) ihrer Grenze und Ekron und (alles
innerhalb) ihrer Grenze.
19
Und Jewe wurde mit Juda (befunden), und dieser entrechtete (übernahm)
das Bergige, denn die Bewohner der Tiefebene waren nicht zu
entrechten, weil sie Wagen aus Eisen hatten.
20
Und sie gaben dem Kaleb Hebron, so wie Mose geredet hatte, und er
entrechtete von dort die drei Söhne des Anak.
...
Die
Kunst der Eisenverhüttung erwarb Israel erst später
(Vers
19; Jos. 17:16).
Kaleb
aus dem Stamm Juda bekam Hebron für seine vorbildliche
Glaubenstreue (4. Mose 14:24; 5. Mose 1:36; Jos. 14:9 – 14;
15:13).
Die nicht eingenommenen Städte und Gebiete
21
Aber den Jebusiter, den Bewohner Jerusalems, entrechteten die Söhne
Benjamins nicht, und so wohnte der Jebusiter zusammen mit den Söhnen
Benjamins in Jerusalem bis zu diesem Tag.
22
Und die des Hauses Joseph stiegen hinauf, auch noch sie, nach Bet-El,
und Jewe war mit ihnen.
23
Und die des Hauses Joseph ließen bei Bet-El erkunden; aber der
Name der Stadt war vordem Lus.
24 Und
die Hüter (Wachen, Späher) sahen einen Mann aus der Stadt
herausgehen und sprachen zu ihm: Zeige uns doch den (geheimen)
Eingang der Stadt, so erweisen wir dir Huld.
25
Und er zeigte ihnen den (verborgenen) Eingang der Stadt, und sie
schlugen die Stadt mit dem Mund (der Schneide) des Schwertes, aber
den Mann und seine ganze Sippe entsandten sie (ließen sie
gehen).
26
Und der Mann ging zum Land der Hetiter und baute eine Stadt und rief
ihren Namen Lus; das ist ihr Name bis zu diesem Tag.
27
Aber nicht entrechtete Manasse Bet Schean und ihre Tochterstädte
und Tanach und ihre Tochterstädte und die Bewohner Dors und ihre
Tochterstädte und die Bewohner Jibleams und ihre Tochterstädte
und die Bewohner Megidos und ihre Tochterstädte; und der
Kanaaniter beabsichtigte, weiterhin in diesem Land zu wohnen.
28
Und es geschah: Als Israel stark genug war, zwang es den Kanaaniter
zur Fronarbeit, aber es entrechtete, ja entrechtete ihn nicht.
29
Und Ephraim entrechtete nicht den Kanaaniter, der in Geser wohnte,
und so wohnte der Kanaaniter in seiner Mitte in Geser.
30
Sebulon entrechtete nicht die Bewohner Kitrons und die Bewohner
Nahalols, und so wohnte der Kanaaniter in seiner Mitte, und sie
wurden zur Fronschaft (zu Fronarbeit Leistenden).
31
Ascher entrechtete nicht die Bewohner Akkos und die Bewohner Sidons,
auch nicht Achlab und Achsib und Chelba und Aphik und Rechob,
32
und so wohnte Ascher inmitten des Kanaaniters, (der bisherigen)
Bewohner des Landes, denn er hatte ihn nicht
entrechtet.
33
Naphtali entrechtete nicht die Bewohner des Bet Schemeschs und die
Bewohner Bet Anats, und so wohnte er inmitten des Kanaaniters, (der
bisherigen) Bewohner des Landes, aber die Bewohner Bet Schemeschs und
Bet Anats wurden ihnen zur Fronschaft.
34
Und der Amoriter unterdrückte die Söhne Dans, sie gen das
Bergige drängend, denn er gab ihnen (den Danitern) nicht (die
Möglichkeit), zur Tiefebene hinabzusteigen.
35
Und der Amoriter beabsichtigte, im Bergigen des Cheres zu wohnen, in
Ajalon und in Schaalbim, und die Hand des Hauses Joseph war schwer
auf ihnen, und sie wurden zur Fronschaft.
36
Und die Grenze (das Gebiet) des Amoriters war vom Aufstieg gen
Akrabim, von dem Steilfelsen an und (weiter) aufwärts.
...
Diese Stämme hatten nicht den Glauben an die Verheißung, dass ihnen das Land bereits gegeben ist (Jos. 2:24; Ri. 1:2), sodass sie es nicht erobern und die Kanaaniter vernichten konnten. So waren sie deren schlechten und götzendienerischen Einflüssen ausgesetzt.
Kapitel 2
Strafrede des Beauftragten Jewes
1
Und der Beauftragte (Bote, Engel) Jewes stieg hinauf von Gilgal nach
Bochim und sprach: Ich ließ euch aus Ägypten heraufsteigen
und brachte euch zu dem Land, das Ich euren Vätern zugeschworen
habe, und Ich sprach: Meinen Bund mit euch werde Ich für äonisch
(für die Äonen) nicht zerbröckeln,
2
ihr aber schneidet nicht einen Bund mit den Bewohnern dieses Landes,
sondern ihre Altäre brecht ihr ab; aber ihr hörtet nicht
auf Meine Stimme. Was ist dies, das ihr getan habt?
3
Und (so) sprach Ich auch noch: Nicht werde Ich sie von eurem
Angesicht hinweg vertreiben, und sie werden eure Seiten (bedrängen),
und ihre Elohim werden euch zur Schlinge.
4
Und es geschah: Als der Beauftragte Jewes diese Worte geredet hatte
zu all den Söhnen Israels, da erhob das Volk seine Stimme und
weinte.
5
Und sie riefen den Namen jenes Ortes Bochim ("Beweinungen");
und sie opferten dort dem Jewe.
...
Der
Beauftragte Jewes kam von Gilgal, dem ersten Lagerplatz nach der
Durchquerung des Jordans (Jos. 5:10), wo die Bundeslade stand. Er
sprach die Worte Jewes aus. Einst war er dem Mose erschienen (2. Mose
3:2), dann leitete er das Volk von Ägypten bis in das verheißene
Land (2. Mose 23: 20 - 23). Jetzt hatte er einen weiteren Auftrag. Er
erinnerte Israel daran, dass Jewe sie aus Ägypten befreit und
Seinen Bund mit ihnen für die Äonen garantiert hatte (Vers
1).
Dann
musste der Bote ihnen sagen (Vers 2), dass sie entgegen der Anweisung
gehandelt hatten, keine Bündnisse mit den Kanaanitern
einzugehen, sondern ihre Altäre abzubrechen (2. Mose 34:13;4.
Mose 33:52; 5. Mose 7:2). Wir haben eine entsprechende Anweisung:
„Werdet nicht ungleich gejocht mit Ungläubigen!" (2.
Kor. 6:14).
Die Folge des Ungehorsams Israels, nämlich die
Kanaaniter nicht völlig vertreiben zu können, hatte Jewe
ihnen bereits angekündigt (Vers 3; Jos. 23:12,13).
Da
weinte das Volk. Und es mag geschehen sein: „Die Betrübnis
nach dem Willen Gottes bewirkt Umsinnung zu einem unbereubaren Heil"
(2. Kor. 7:10). Ob ihre Umsinnung tiefgreifend und nachhaltig war?
Rückblick
auf Josuas Tod
6
Und Josua entsandte das Volk (im Sinne von: Nachdem nämlich
Josua das Volk entsandt hatte), und die Söhne Israels gingen ein
jeder zu seinem Losteil, um das Land zu errechten (zu übernehmen).
7
Und das Volk diente Jewe alle Tage Josuas und alle Tage der Alten
(Ältesten), die nach Josua ihre Tage verlängerten (weitere
Tage lebten), die all das große Werk Jewes gesehen hatten, das
Er für Israel getan hatte.
8
Und Josua, der Sohn Nuns, der Diener Jewes, starb als Sohn von 110
Jahren.
9
Und sie begruben ihn innerhalb der Grenze seines Losteils, in
Timnat-Cheres im Bergigen Ephraims, nördlich des Berges
Gaasch.
10
Und auch noch jene ganze Generation wurde zu ihren Vätern
versammelt, und eine andere Generation erstand nach ihnen, die Jewe
nicht erkannte und auch nicht das Werk, das Er für Israel getan
hat.
...
Wie
schon in der Einführung gesagt, hatte Josua das Land den Stämmen
im Jahr 1414 v. Chr. zugeteilt (Jos. 14:1 - 5). Wie viele Jahre
später er dann starb, wissen wir nicht. Nach dem
Geschichtsschreiber Flavius Josephus ("Jüdische
Altertümer”, V. 1, 29) soll er noch 25 Jahre nach dem Tod
Moses regiert haben.
Die Israeliten waren ausdrücklich
angewiesen, all die herrlichen Taten Jewes ihren Kindern zu erzählen
(5. Mose 4:9; 6:1 - 9). Dies versäumten sie aber, sodass die
nächste Generation keine rechte Erkenntnis von Jewe hatte (Vers
10).
Israels Abfall
11
Da taten die Söhne Israels das in den Augen Jewes Böse und
dienten den Baalim (den Götzen Kanaans; Baal, übersetzt:
Eigner).
12
Und sie verließen Jewe, den Elohim ihrer Väter, den, der
sie aus dem Land Ägypten herausführte, und gingen hinter
anderen Elohim her von den Elohim der Völker, die rings um sie
herum waren, und warfen sich ihnen (huldigend) hin und grämten
Jewe.
13
Und sie verließen Jewe und dienten dem Baal und der Aschtarot
(weiblicher Götze der Philister, auch Aschera und griech.
Artemis genannt; Göttin der Fruchtbarkeit und Liebe).
14
Da entbrannte der Zorn Jewes gegen Israel, und Er gab sie in die Hand
der Ausraubenden, und jene raubten sie aus. Und Er verkaufte sie in
die Hand ihrer Feinde von ringsum, und nicht konnten sie noch
bestehen angesichts ihrer Feinde.
15
In allem, wohin sie (zum Streit) hinauszogen, war die Hand Jewes
gegen sie zum Bösen, so wie Jewe geredet hatte und so wie Jewe
ihnen geschworen hatte; und sie waren überaus bedrängt.
16
Und Jewe machte Richter erstehen, und sie retteten sie aus der Hand
ihrer Ausraubenden.
17
Aber selbst auf ihre Richter hörten sie nicht, denn sie hurten
hinter anderen Elohim her und warfen sich
ihnen (huldigend) hin; schnell kehrten sie sich von dem Weg ab, den
ihre Väter gewandelt waren, die Gebote Jewes hörend; nicht
taten sie so.
18
Und so denn Jewe ihnen Richter erstehen machte, so war Jewe mit dem
(jeweiligen) Richter, und Er rettete sie aus der Hand ihrer Feinde
alle Tage des Richters, denn Jewe war umgestimmt durch ihr Wehgestöhn
angesichts ihrer Unterdrücker und (ihrer) sie Behindernden.
...
Dies ist eine allgemeine Beschreibung der Richterzeit im
Überblick.
Zur Erprobung Israels
19
Und es geschah: Nach dem Tod des Richters kehrten sie (immer wieder
zu den Götzen) um und verdarben's, mehr als ihre Väter,
(dadurch), dass sie hinter anderen Elohim hergingen, ihnen zu dienen,
und dass sie sich ihnen (huldigend) hinwarfen; nichts ließen
sie wegfallen von ihren Handlungen und von ihrem verhärteten
Weg.
20 Da
entbrannte der Zorn Jewes gegen Israel, und Er sprach: Weil diese
Nation Meinen Bund übertreten hat, den Ich ihren Vätern
gebot, und sie nicht auf Meine Stimme gehört haben,
21
so fahre auch Ich nicht fort, (auch nur einen) Mann zu entrechten,
weg von ihrem Angesicht, einen aus den Nationen, die Josua
zurückgelassen hat, als er starb.
22
(Sie bleiben), um durch sie Israel zu erproben, ob sie den Weg Jewes
hüten, ihn zu gehen inmitten von ihnen, so wie ihn ihre Väter
gehütet haben, oder nicht.
23
Und so beließ Jewe diese Nationen, sie nicht schnell zu
entrechten, und nicht gab Er sie in die Hand Josuas.
Jewe erprobte Israel, nicht um herauszufinden, was Er längst wusste, hatte Er doch ihnen allen das Herz gebildet (Ps. 33:15), sondern damit ihnen bewusst würde, was in ihnen ist und welche Folgen Ungehorsam hat.
Kapitel 3
Die nicht besiegten Reste der ursprünglichen Bewohner
1
Und dies waren die Nationen, die Jewe beließ, um Israel durch
sie zu erproben, alle (von Israel), die all die kanaanitischen Kämpfe
nicht näher kannten,
2
nur, damit die Generationen der Söhne Israels erkennen, ja um
sie den Kampf zu lehren, (jedoch) nur (diejenigen), die die Kämpfe
vordem nicht kannten.
3
(Diese waren es): Fünf Fürsten der Philister und alle des
Kanaaniters und des Sidoniers und des Hiwiters, ja der Bewohner des
Bergigen des Libanons, vom Berg Baal Hermon an bis zum Kommen gen
Hamat.
4
Und sie wurden dort (belassen), um durch sie Israel zu erproben, zu
erkennen, ob sie den Geboten Jewes gehorchen, die Er ihren Vätern
durch die Hand Moses geboten hatte.
5
Und die Söhne Israels wohnten inmitten des Kanaaniters, des
Hetiters und des Amoriters und des Perisiters und des Hiwiters und
des Jebusiters.
6
Und sie nehmen sich deren Töchter zu Frauen, und ihre Töchter
gaben sie deren Söhnen, und sie dienten deren Elohim.
7
Und die Söhne Israels taten das in den Augen Jewes Böse und
vergaßen Jewe, ihren Elohim und dienten den Baalim und den
Ascherot.
8
Da entbrannte der Zorn Jewes gegen Israel, und Er verkaufte sie in
die Hand Kuschan Rischatajims, das Königs von Aram Naharajim;
und die Söhne Israels dienten dem Kuschan Rischatajim acht
Jahre.
...
Unter diesem Regenten von Mesopotamien hatte Israel in den Jahren 1395 bis 1387 v. Chr. zu leiden.
Die Töchter der Kanaaniter zu Frauen zu nehmen, war ein eklatanter Verstoß gegen 2. Mose 34:10 - 16 und 5. Mose 7:1 - 5.
Der Richter Otniel
9
Und die Söhne Israels wehschrien zu Jewe, und Jewe machte den
Söhnen Israels einen Retter erstehen, und er rettete sie:
Otniel, den Sohn des Kenas, den Bruder Kalebs, den jüngeren als
er.
10 Und
der Geist Jewes war auf ihm, und er richtete Israel; und er ging
hinaus zum Streit, und Jewe gab Kuschan
Rischatajim in seine Hand, und seine Hand erstarkte gegenüber
Kuschan Rischtajim.
11
Und das Land hatte vierzig Jahre Muße (1387 - 1347 v. Chr.).
Und Otniel, der Sohn des Kenas, starb.
...
Der Richter Ehud
12
Und die Söhne Israels fuhren fort, das in den Augen Jewes Böse
zu tun; da gab Jewe Eglon, dem König Moabs, Gewalt über
Israel, weil sie das in den Augen Jewes Böse getan hatten,
13
und er versammelte die Söhne Ammons und Amaleks zu sich, und er
ging hin und schlug Israel, und sie entrechteten (zerstörten)
die Palmenstadt (Jericho).
14
Und die Söhne Israels dienten Eglon, dem König Moabs,
achtzehn Jahre (1347 - 1329 v. Chr.).
15
Und die Söhne Israels wehschrien zu Jewe, und Jewe machte ihnen
einen Retter erstehen: Ehud, den Sohn Geras, den Benjaminiter, einen
Mann, verkrampft an seiner rechten Hand. Und die Söhne Israels
entsandten in seiner Hand eine Gabe zu Eglon, dem König
Moabs.
16
Und Ehud machte sich ein Schwert, dieses hatte zwei Münder
(Schneiden), ein Gomed (vermutl. ca. 30 cm) war seine Länge, und
er schnallte es sich um unter seinen Leibröcken an seiner
rechten Hüfte.
17
Und er nahte die Gabe dem Eglon, dem König Moabs, dar; Eglon
aber war ein überaus wohlgenährter Mann.
18
Und es geschah: Als Ehud vollendet hatte, die Gabe darzunahen, da
entsandte er das Volk, jene, die die Gabe getragen hatten.
19
Aber er selber kehrte bei den Götzenskulpturen um, die bei
Gilgal waren, und sprach: Ein Wort der Verbergung (ein geheimes Wort)
habe ich für dich, den König! Da sprach er: Pst!, und alle
ihm Gegenüberstehenden gingen von ihm weg hinaus.
20
Und Ehud war zu ihm gekommen, als er im kühlen Obergemach saß,
das ihm zu eigen war, ihm allein; und Ehud sprach:
Ein Wort des
Elohim habe ich für dich! Da stand er vom Thron auf.
21
Und Ehud entsandte (streckte aus) seine linke Hand und nahm das
Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es in seinen
Bauch,
22
und es kam auch noch das Heft nach der Klinge hinein, und das Fett
verschloss den Bereich der Klinge, denn er zog das Schwert nicht aus
seinem Bauch, und sie (die Klinge) ging weiter zum Mastdarm.
23
Und Ehud ging hinaus gen die Altane (Söller, Balkone) und
verschloss die Türen des Obergemachs hinter sich und schloss
sie.
24 Und
als er, ja er, hinausgegangen war, da kamen die Diener (Eglons) und
sahen, und da! Die Türen des Obergemachs waren geschlossen. Und
sie sprachen: Gewiss bedeckt er seine Füße
(lässt er die Kleidung zur Verrichtung der Notdurft hinab) in
der kühlen Kammer.
25
Und sie warteten ab, bis sie sich dessen schämten, und da! Nicht
öffnete er die Türen des Obergemachs. Da nahmen sie den
Öffner und öffneten, und da! Ihr Herr war zu Boden
gefallen, (er war) ein Toter.
26
Ehud aber war entkommen, während sie zögerten, und er, er
war gen den Ort der Götzenskulpturen gegangen und entkam gen
Seira.
27 Und
es geschah: Als er kam, da trompetete er mit dem Schophar im Bergigen
Ephraims, und mit ihm stiegen die Söhne Israels von dem Bergigen
hinab, und er war ihnen angesichts.
28
Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach, denn Jewe gab eure Feinde,
Moab, in eure Hand. Und sie stiegen hinter ihm her hinab und
eroberten die Furten des Jordans, die Moab zu eigen waren, und gaben
niemandem (die Möglichkeit) hinüberzugehen.
29
Und sie schlugen Moab in jener Zeit, etwa 10.000 Mann, jeden
Kräftigen und jeden gewappneten Mann, und niemand entkam.
30
Und so wurde Moab an jenem Tag unter die Hand Israels gebückt
(gebeugt). Und das Land hatte Muße achtzig Jahre.
...
Entscheidend
war der Wille Jewes, Israel das Land zu geben, um dort Sein
Königreich aufzurichten. Und so erfüllte sich die
Verheißung: „Und fünf von euch verfolgen hundert,
und hundert von euch verfolgen eine Myriadenschaft
(Zehntausendschaft), und eure Feinde fallen euch angesichts durch das
Schwert" (3. Mose 26:8). Die Kräfte das Königreichs,
die Kräfte des zukünftigen Äons, waren wirksam (Heb.
6:5).
Als Ehud dem Eglon gegenüber seine geheime Nachricht
als
ein Wort Elohims bezeichnete (Vers 20), erhob sich der
heidnische König ehrerbietig. Dessen Tod
war das Wort Elohims für ihn. Nach seiner Tat hatte Ehud die
Türen geschlossen und dann von außen an der Innenseite
verschließen können (Vers 23), weil die Riegel an der
Innenseite der Türen mittels eines durch die Tür
hindurchzusteckenden Schlüssels vorgelegt wie auch gelöst
werden konnten.
Es mag noch zu erwähnen sein, dass Moab aufgrund der besetzten Jordanfurten von jeglicher Hilfe aus dem Ostjordanland abgeschnitten war (Vers 28).
Der Richter Schamgar
31 Und nach ihm war Schamgar, der Sohn Anats; und er schlug die Philister, 600 Mann, mit einem Rindertreibstachel; und er, auch noch er, rettete Israel.
...
Schamgar
regierte um 1250 v. Chr., und zwar, weil seine Regierungszeit nicht
genannt wird, sicherlich für weniger als ein Jahr.
Kapitel 4
Die Unterdrückung durch Jabin und Sisera
1
Und die Söhne Israels fuhren fort, das in den Augen Jewes Böse
zu tun; Ehud aber war gestorben.
2
Und Jewe verkaufte sie in die Hand Jabins, des Königs Kanaans,
der in Chazor regierte; und der Fürst seines Heeres war Sisera,
und dieser wohnte in Charoschet Hagojim.
3
Da schrien die Söhne Israels zu Jewe, denn er hatte 900 Wagen
aus Eisen, und er, er unterdrückte die Söhne Israels
anhaltend, zwanzig Jahre.
...
Die
zwanzig Jahre der Unterdrückung liegen innerhalb der
vierzigjährigen Regierungszeit der Richterin Debora von 1249 bis
1209 v. Chr., Ri. 5:31). Die Nordstämme waren unterdrückt,
bedrängt, eingeengt, aber nicht besetzt und beherrscht und
mussten dem König Jabin nicht dienen; sie mussten ihm nur aus
dem Weg gehen (Ri. 5: 6,7)
Chazor lag im Norden Kanaans, 7 km
südwestlich vom Hule-See und 14 km nördlich vom See
Genezareth im Losteil Naphtalis.
Die
Prophetin Debora und die Berufung Baraks
4
Und Debora, eine Frau, eine Prophetin, die Frau Lapidots, sie
richtete Israel in jener Zeit.
5
Und sie wohnte (oder ihr Sitz war) unter der Debora-Palme zwischen
Rama und Bet-El, im Bergigen Ephraims, und die Söhne Israels
stiegen zur Rechtsprechung zu ihr hinauf.
6
Und sie sandte hin und ließ den Barak rufen, den Sohn Abinoams,
den aus Kadesch Naphtali, und sprach zu ihm: (Ist's) nicht, dass
Jewe, der Elohim Israels, gebot: Geh, und du ziehst hin zum Berg
Tabor, und du nimmst mit dir 10.000 Mann aus den Söhnen
Naphtalis und aus den Söhnen Sebulons.
7
Und Ich will Sisera, den Fürsten des Heeres Jabins, zu dir hin
ziehen (lenken), zum Bach Kischon, und seine Streitwagen und sein
Getümmel, und Ich gebe ihn in deine Hand.
8
Und Barak sprach zu ihr: Wenn du mit mir gehst, so wandle ich
dorthin, aber wenn du nicht mit mir gehst, gehe ich nicht.
9
Und sie sprach: Ich wandle, ja gehe mit dir; nur, dass dies dann auf
dem Weg, den du wandelst, nicht zu deiner Zierde (Ehre) wird, denn
Jewe wird Sisera in die Hand einer Frau verkaufen. Und Debora stand
auf und ging mit Barak gen Kadesch.
...
Debora
ist mit „Biene ("Stachelnde") zu übersetzen,
Barak mit „Blitz". Er war ein Fürst. Der Name der
Debora ist nicht von ungefähr, denn er hat dieselben Konsonanten
wie das hebräiche Wort für „Wort". Das Wort
Jewes ist stachelig im Sinne von "durchdringend". Und
Debora hatte das Wort Jewes, jetzt dieses der Verse sechs und
sieben.
Rama lag im Losteil Ephraims, Bet-El in dem Benjamins.
Der Berg Tabor liegt am Schnittpunkt der Grenzen Sebulons, Naphtalis
und Issaschkars im Nordosten der Jesreel-Ebene. In dieser Ebene,
längs des Berges Karmel, fließt der Bach Kischon.
Debora teilte dem Barak das Gebot Jewes mit, gegen Sisera zu kämpfen,
wie auch die Verheißung, dass Jewe diesen in Baraks Hand geben
wird (Verse 6+7).
Wir wissen nicht, warum Barak nicht ohne
Debora in den Kampf ziehen, ja sogar Jewe nicht gehorchen wollte,
falls sie nicht mit ihm ginge. Ob es Glaubenschwachheit war, dass er
sie als sichtbaren geistlichen Beistand benötigte? Jedenfalls
wird Barak in Hebräer 11:32 unter den Glaubenshelden aufgeführt.
Die Schlacht
10
Und Barak rief wehschreiend Sebulon und Naphtali nach Kadesch herbei,
und in seinen Fußspuren stiegen 10.000 Mann hinauf, und mit ihm
stieg Debora hinauf.
11
Cheber aber, der Keniter, hatte sich von Kajin getrennt, von den
Söhnen Chobabs, des Schwagers des Mose, und hatte sein Zelt
ausgestreckt bis zum Götterbaum in Zaanajim, das bei Kadesch
(liegt).
12
Und man berichtete dem Sisera, dass Barak, der Sohn Abinoams, den
Berg Tabor hinaufgestiegen war.
13
Und Sisera rief wehschreiend alle seine Streitwagen herbei; 900
Streitwagen aus Eisen, und all das Volk, das mit ihm war von
Charoschet Hagojim her zum Bach Kischon.
14
Und Debora sprach zu Barak: Steh auf, denn dies ist der Tag, an
welchem Jewe den Sisera ist deine Hand gab. Ist Jewe nicht vor deinem
Angesicht herausgezogen? Und Barak stieg vom Berg Tabor herab und
10.000 Mann hinter ihm her.
15
Und Jewe jagte (vor sich) hin den Sisera und all die Streitwagen und
das ganze Lager, dem Mund (der Schneide) des Schwertes zuführend,
angesichts Baraks; und Sisera stieg vom Wagen herab und floh zu
Fuß.
16
Barak aber verfolgte die Streitwagen und das Heerlager bis Charoschet
Hagojim, und das ganze Heerlager Siseras fiel durch den Mund des
Schwertes, und kein Einziger verblieb.
...
Die
Schlacht war von weiterem Eingreifen Jewes begleitet,der ein Erdbeben
und einen Sturm mit Starkregen sandte, sodass die plötzlich
entstandenen Fluten des Kischon die Kampfwagen wegriss (Ri.
5:4,5,21).
Die
Keniter, darunter Cheber und Kajin, waren Nachkommen des Midianiters
Chobab, des Schwagers des Mose (Vers 11). Chebers Frau war Jael, von
der wir sogleich hören werden.
Jael tötet Sisera
17
Und Sisera floh zu Fuß zum Zelt Jaels, der Frau Chebers, des
Keniters, denn es war Friede zwischen Jabin, dem König Chazors,
und dem Hause Chebers, des Keniters.
18
Da ging Jael hinaus, Sisera zu begegnen, und sprach zu ihm: Kehre
dich ab, mein Herr, kehre dich ab zu mir hin, fürchte dich
nicht! Und er kehrte sich ab zu ihr hin in das Zelt, und sie bedeckte
ihn mit einer Liegedecke.
19
Und er sprach zu ihr: Tränke mich doch mit ein wenig Wasser,
denn mich dürstet. Da öffnete sie den Milchschlauch und
tränkte ihn und bedeckte ihn.
20
Und er sprach zu ihr: Stelle dich vor die Öffnung des Zeltes;
und es geschehe: Wenn jemand kommt und dich fragt und spricht: Ist
hier ein Mann?, so sprichst du: Keiner (ist da).
21
Und Jael, die Frau Chebers, nahm einen Zeltpflock und legte den
Hammer in ihre Hand und kam behutsam zu ihm und stieß den
Pflock in seine Schläfe, und er drang hinab zur Erde; er aber,
er war (ja) betäubt (erschöpft) und matt. Und er starb.
22
Und da! Als Barak den Sisera verfolgte, da ging Jael hinaus, ihm zu
begegnen, und sprach zu ihm: Geh (hierher), und ich zeige dir den
Mann, den du suchst. Und er kam zu ihr, und da! Sisera war ein
Gefallener, ein Toter, und der Pflock war in seiner Schläfe.
23
Und so bückte (beugte) Elohim an jenem Tag Jabin, den König
Kanaans, angesichts der Söhne Israels.
24
Und die Hand der Söhne Israels ging
immer härter gegen Jabin, den König
Kanaans, bis sie Jabin, den König Kanaans, abgeschnitten
(vernichtet) hatten.
...
Gewöhnlich
betritt kein Mann das Zelt einer Frau, in jener Gefahr aber schien es
die Rettung für Sisera zu sein. Wohl eingedenk mancher Worte
Jewes und die Gelegenheit wahrnehmend, traf Jael die mutige und
richtige Entscheidung: für Israel.
So erfüllte sich
das prophetische Wort (Ri. 4:9): der Ruhm fiel einer Frau zu.
Kapitel
5
Das Siegeslied Deboras und Baraks
1
Und Debora sang und spielte ein Lied und auch Barak, der Sohn
Abinoams, an jenem Tag, sprechend:
2
Als die Freischaren in Israel aus Gebundenheit gelöst wurden,
als das Volk sich willig zeigte segnet Jewe!
3
Höret, Könige, leiht (euer) Ohr, Erlauchte! Ich, ja ich,
will dem Jewe ein Lied singen und spielen, ich psalme dem Jewe, dem
Elohim Israels.
4
Jewe, bei Deinem Herausgehen aus Seir, bei Deinem Schreiten aus dem
Gefild Edoms schütterte das Land (bebte die Erde), auch die
Himmel troffen, auch die Wolken troffen Wasser;
5
Berge trieften aufgrund des Angesichts Jewes, dieser Sinai (triefte)
aufgrund des Angesichts Jewes, des Elohims Israels.
6
In den Tagen Schamgars, das Sohnes Anats, in den Tagen Jaels, mieden
sie die Pfade, und die die Stege Wandelnden gingen gewundene Pfade.
7
Sie mieden die offene Landschaft in Israel, sie mieden sie, bis ich
aufstand, ich, Debora, bis ich aufstand, eine Mutter in Israel.
8
Es (Israel) erwählte neue Elohim; (folglich) bekämpfte man
ihre Tore. Ob aber ein Großschild gesehen wurde und ein Spieß
inmitten von 40.000 in Israel?
9
Mein Herz gehört denen in Israel, die Gesetze erlassen, den sich
Willigzeigenden im Volk. Segnet Jewe!
10
Die ihr auf weißen Eselinnen reitet, die ihr auf Teppichen
sitzt und die ihr auf dem Weg wandelt:
Sinnet! (Denkt nach!)
11
Fern von der Stimme der Bogenschützen zwischen den
Schöpferinnen: dort sagen sie im Wechsel die Rechtfertigungen
(rechtfertigenden Taten) Jewes auf, die Rechtfertigungen in Seiner
offenen Landschaft in Israel. Dann stieg das
Volk Jewes zu den Toren hinab.
...
Das
Sieges- und Loblied Deboras und Baraks erinnert zuerst daran, dass
sich Scharen Israels aus ihrer Lähmung lösen ließen
und das Volk das prophetische Wort Deboras willig aufgenommen hatte
(Vers 2; Ri. 4:6, 7, 10). Der Lobpreis dafür gebührt Jewe
(Verse 2 + 3). Ihm gilt das Lied.
Das
Eingreifen Jewes von der Bergkette Seir in Edom her (5. Mose 33:2)
war beispielhaft für Sein neuerliches Wirken (Vers 4). Und so
wie einst der Berg Sinai gewaltige Phänomene verbreitete, er
rauchte von Feuer und zitterte und die Himmel troffen (Vers 5; 2.
Mose 19:18; Ps. 68:9), so hatte Er gerade vom Berg Tabor her Seine
Macht und Herrlichkeit deutlich gemacht.
Während der
zwanzigjährigen Unterdrückung durch Jabin (Ri. 4:3) konnten
sich die Israeliten nur auf abseits gelegenen Pfaden bewegen (Verse 6
+ 7), bis Debora aufstand, die nicht nur schlicht eine Mutter war,
sondern sich auch des Volkes mütterlich annahm.
Die Oberen,
die Gesetze erließen, ritten auf weißen Eselinnen (Verse
9 + 10). Diesen und den anderen Willigen (Vers 2) gehörte das
Herz Deboras. Jewe hatte sie kampfeswillig gemacht. Sie alle sollten
nun darüber nachdenken.
Nach
dem Sieg sodann war der Wechselgesang zu hören, mit dem sie Jewe
priesen (Ves 11). Wir stimmen ein: „Im Gedenken an das viele
Gute sprudeln sie, und Deine Rechtfertigung bejubeln sie" (Ps.
145:7).
Die Musterung der Stämme
12
Sei erweckt, sei erwecket, Debora! Sei erweckt, sei erweckt, gib
Worte einem Lied! Steh auf, Barak, und führe deine Gefangenen
gefangen, Sohn Abinoams!
13
Dann bewaltet (übt uneingeschränkte Macht aus) der
Überlebende die Adeligen des Volkes, (und) Jewe bewaltet mich
inmitten der Mächtigen.
14
Von Ephraim her, ihre Wurzel ist in Amalek. Dir nach, Benjamin,
inmitten deiner Volkschaften! Von Machir (Nachkommen Manasses)
stiegen die Gesetzgeber hinab und von Sebulon
die Hinziehenden, die das Zepter des Schreibers innehatten.
15
Und meine Fürsten in Issachar waren mit Debora, und wie
Issachar, so (auch) Barak (also der Stamm Naphtali): Er wurde zu Fuß
in die Tiefebene entsandt. In den Gebietsteilen Rubens gab es Große,
von Herzen Gesetzeskundige.
16
Warum (bliebst) du sitzen zwischen dem Herdsteinpaar, zu hören
die Instrumente bei den Herden? In den Gebietsteilen Rubens gab es
Große mit Herzenserwägungen.
17
Gilead wohnte jenseits des Jordans. Und Dan, warum ist er Gast auf
Schiffen? Ascher wohnte zum Hafen der Meere hin, und an seinen
Buchten wohnt er.
18
Sebulon, ein Volk, das seine Seele verschmähte zum Sterben hin,
und auch Naphtali auf den Höhen des Gefilds.
...
“Sei
erweckt, Debora!” (Vers 12). Jewe erweckte sie und forderte sie
auf, dieses Lied erschallen zu lassen. Der ebenfalls angesprochene
Fürst Barak wird weitere Macht bekommen (Vers 13).
Seltsamerweise wird Ephraim mit Amalek in Verbindung gebracht (Vers
14). Wohl auch in ihrem Losteil hatten Amalekiter gewohnt (Ri.
3:13).
Das Siegeslied preist die Stämme oder Teile davon,
die dem Aufruf Baraks gefolgt waren: Ephraim, Benjamin, Machir (aus
Manasse), Sebulon, Issachar, Naphtali (Verse 14,15 + 18). Gescholten
werden Gilead, das meint Gad, sowie Dan und Ascher (Vers 17),
besonders aber Ruben, die viele Erwägungen angestellt hatten, es
sich aber bei ihren reichen Herden gut sein ließen (Vers 16).
Schade, dass manche Stämme ihren unterdrückten Brüdern
nicht beistanden und so die Einheit Israels verrieten.
Die Niederlage der Kanaaniter
19
Könige kamen, sie stritten; dann (oder: damals) stritten die
Könige Kanaans bei Tanach an den Wassern Megidos, Vorteile in
Silber nahmen sie nicht an.
20
Von den Himmeln her stritten sie, die Sterne, von ihren Hochwegen
her, sie stritten mit Sisera.
21
Der Bach Kischon (riss) sie weg wie Schollen, der Bach der Vorzeit,
der Bach Kischon. Du, meine Seele, trittst (auf) mit Stärke!
22
Dann prügelten die Hufe der Rosse (den Boden) (donnerten auf den
Boden) beim Heransprengen, beim Heransprengen ihrer Recken.
23
Verdammet Meros!, sprach der Beauftragte (Bote, Engel) Jewes,
verdammt, ja verdammt ihre Bewohner, denn nicht kamen sie Jewe zu
Hilfe, Jewe zu Hilfe inmitten der Mächtigen.
24
Mehr als andere Frauen sei Jael gesegnet, die Frau Chebers, des
Keniters, mehr als die Frauen im Zelt sei sie gesegnet!
25
Wasser erfragte Sisera, Milch gab sie ihm, in einem Kännchen der
Adeligen brachte sie ihm Dickmilch.
26
Ihre Hand entsandte sie zum Zeltpflock und ihre Rechte zum Hammer der
sich Mühenden, und sie schlug Sisera, durchmeißelte sein
Haupt und zersplitterte und durchschlitzte seine Schläfe.
27
Zwischen ihren Füßen beugte er sich, er fiel, lag da,
zwischen ihren Füßen beugte er sich, er fiel, dort, wo er
sich beugte, fiel er als Dahingeraffter.
...
Jael
handelte recht (Verse 24 - 27), denn Israels Feinde sind Jewes
Feinde, sie haben kein Lebensrecht, der Tod gebührt ihnen (5.
Mose 32:41; Ps. 21:9; 139:21; Spr. 8:36).
Meros (Vers 23) lag
vermutlich in der Ebene Jesreel und konnte daher den sieghaften
Verlauf der Schlacht verfolgen, trat aber dennoch dem Kampf und der
Verfolgungsjagd nicht bei. Diese Stadt lud eine besonders schwere
Schuld auf sich.
Von den Himmeln her stritten sie für
Israel, die Sterne (Vers 20), die hier als die himmlischen Geschöpfe,
die Engel, die Beauftragten Jewes, zu verstehen sind. Sie
veranlassten auch den Wolkenbruch. Der Begriff „Stern"
wird symbolisch auch für unseren Herrn Jesus Christus verwendet
(4. Mose 24:17), und Gläubige werden ebenfalls mit Sternen
verglichen (Dan. 12:3; Off. 1:20).
Die
andere Mutter
28
An der Luke lugte die Mutter Siseras aus und lamentierte, am Gitter:
Weshalb stockt sein Streitwagen zu kommen, weshalb verziehen die
Beine (der Pferde) (oder: die Räder) seiner Wagen?
29
Die Weisen ihrer Fürstinnen antworten ihr, gar noch gab sie sich
selbst (Antwort) auf ihre Gesprochenen (Worte):
30
(Ist's) nicht, dass sie Beute finden, ja verteilen: einen Mutterleib,
zwei Mutterschöße für jedes Haupt eines Mächtigen.
Beute an farbigen Tuchen dem Sisera, Beute an farbigen Tuchen, ja
Buntgewirktes, farbiges Doppelbuntgewirktes, die den Hälsen der
Gefangenen (zu eigen waren).
...
Die
Mutter Siseras versuchte, sich Hoffnung zuzusprechen, weil alle
Anzeichen darauf hindeuteten, dass sie ihren Solm verloren hat.
Abschließender Lobpreis und Segenszuspruch
31
Ebenso verschwinden alle Deine Feinde, Jewe! Aber die Ihn Liebenden
sind wie das Aufgehen der Sonne in ihrer Macht. – Und das Land
hatte Muße, vierzig Jahre.
...
Jewe
verherrlicht die Ihn Liebenden, und Debora verglich sie mit der
Herrlichkeit der aufgehenden Sonne. Jesus stellt klar: „Wer
Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt!”
(Joh. 14:21). Denen gilt Seine Verheißung, dass die Gerechten
im Königreich ihres Vaters wie die Sonne aufleuchten werden
(Mat. 13: 43). So ist es auch in Daniel 12:3 zu lesen: „Und die
Klugwerdenden werden glitzern wie das Glitzern des Firmaments, und
die die Vielen Rechtfertigenden wie die Sterne für den Äon
und die (weitere Zeit) des Bezeugens". Ja, „es ist doch
so, wie es geschrieben steht: Was kein Auge gewahrt und kein Ohr
gehört hat und wozu kein Menschenherz hinaufgestiegen ist, all
das hat Gott denen bereitet, die Ihn lieben" (1. Kor. 2:9).
Kapitel 6
Der Abfall und die Strafe
1
Und die Söhne Israels taten das in den Augen Jewes Böse; da
gab Jewe sie in die Hand Midians sieben Jahre (1216 - 1209 v.
Chr.).
2
Und die Hand Midians erstarkte gegenüber Israel. Angesichts
Midians machen sich die Söhne Israels wasserumströmte
Befestigungen in den Bergen und die Höhlen und die Jagdhöhen
(Fluchtburgen).
3
Und es geschah: Wenn Israel gesät hatte, dann stiegen Midian und
Amalek und die Söhne des Ostens hinauf, ja sie stiegen wider es
hinauf.
4
Und sie lagerten wider sie und verdarben den Ertrag des Landes, bis
dorthin, wo du gen Gaza kommst, und nicht ließen sie
Lebenerhaltendes in Israel verbleiben, auch nicht Lamm und Stier und
Esel.
5
Denn sie und ihre Viehherden stiegen hinauf mit ihren Zelten; sie
kamen wie eine große Menge von Heuschrecken, und sie und ihre
Kamele waren zahllos, und sie kamen ins Land, es zu verderben.
6
Und Israel verarmte überaus aufgrund des Angesichts Midians, und
die Söhne Israels wehschrien zu Jewe.
7
Und es geschah: Als denn die Söhne Israels wegen Midian zu Jewe
wehschrien,
8
da entsandte Jewe einen Mann, einen Propheten, zu den Söhnen
Israels, und er sprach zu ihnen: So spricht Jewe, der Elohim Israels:
Ich, Ich ließ euch heraufsteigen aus Ägypten und ließ
euch aus dem Haus der Dienerschaft herausgehen.
9
Und Ich barg euch aus der Hand Ägyptens und aus der Hand all
eurer Unterdrücker, und Ich vertrieb sie, weg von eurem
Angesicht, und gab euch ihr Land.
10
Und Ich sprach zu euch: Ich bin Jewe, euer Elohim. Nicht fürchtet
ihr die Elohim des Amoriters, in dessen Land ihr wohnt. Aber ihr
hörtet nicht auf Meine Stimme.
...
"Ich
bin Jewe, euer Elohim" war der Zuspruch an Israel, dass Er
allgewaltig und für sie da ist. Aber das Fleisch hörte
nicht auf Seine Stimme, weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft
gegen Gott ist (Röm. 8:7). Die Götter Kanaans schienen dem
Willen des Menschen eher zu entsprechen und lebensnaher zu sein.
Israel war nicht besetzt, litt aber sehr unter den saisonalen
Raubzügen, die sie an den Rand des Ruins brachten.
Die Berufung Gideons
11
Und der Beauftragte (Bote, Engel) Jewes kam und setzte sich unter die
Terebinthe, die in Ophra war, die dem Joasch gehörte, dem
Abiesriter; und Gideon, sein Sohn, klopfte eben Weizen in der Kelter
aus, um ihn vor dem Angesicht Midians in Sicherheit zu bringen.
12
Da erschien ihm der Beauftragte Jewes und sprach zu ihm: Jewe ist mit
dir, (du) Mächtiger der Wappnung (du mächigter Krieger).
13
Und Gideon sprach zu ihm: Bitte, mein Herr, so Jewe mit uns ist,
warum auch fand uns all dies? Und wo sind all Seine Wunder, die uns
unsere Väter erzählten, sprechend: Ließ uns nicht
Jewe aus Ägypten heraufsteigen? Aber nun ließ Jewe uns
fahren und gab uns in die Hand Midians.
14
Da wandte sich Jewe ihm zu und sprach: Geh in dieser deiner Kraft,
und du rettest Israel aus der Hand Midians: entsandte Ich dich
nicht?
15
Und er sprach zu Ihm: Bitte, mein Herr, mit was soll ich Israel
retten? Da! Meine Tausendschaft ist die ärmste (schwächste)
in Manasse, und ich bin der Jüngste im Hause meines
Vaters.
...
Gideon bekam seine Frage nach dem Warum der Not von
dem Boten nicht beantwortet, weil der Prophet dies bereits getan
hatte (Vers 10). Seine zweite Frage, mit was er denn Israel retten
sollte, war sicher nicht nur aus höflicher Demut geboren,
sondern eine Darsellung der ärmlichen Wirklichkeit (Vers 15).
Gideon
bittet um ein Zeichen
16
Und Jewe sprach zu ihm: So denn (ist's): Ich bin mit dir, und du
wirst Midian schlagen wie einen (einzigen) Mann.
17
Da sprach er zu Ihm: Wenn ich doch Gnade fand in Deinen Augen, so
machst Du mir ein Zeichen, dass Du es bist, der mit mir redet.
18
Nicht doch weiche von diesem Ort, bis ich zu dir komme und meine Gabe
herausbringe und sie dir angesichts belasse. Und er sprach: Ich, ich
bleibe hier sitzen, bis du zurückkehrst.
19
Und Gideon kam (ging) und machte ein Ziegenböckchen zurecht und
ungesäuerte (Brote) aus einem Epha (Trockenhohlmaß,
vermtl. ca. 22 l) Mehl; das Fleisch legte er in einen Flachkorb, und
die Brühe tat er in einen Tiegel und ließ es zu ihm
hinausgehen unter die Terebinthe und brachte es herzu.
20
Und der Beauftragte Elohims sprach zu ihm: Nimm das Fleisch und die
Ungesäuerten und belasse sie dem Steilfelsen zu, diesem da, aber
die Brühe schütte aus. Und er tat also.
21
Da entsandte der Beauftragte Jewes das Ende des Lehnstabs, der in
seiner Hand war, und berührte das Fleisch und die Ungesäuerten.
Und das Feuer (stieg) herauf aus dem Felsen und fraß das
Fleisch und die Ungesäuerten. Und der Beauftragte Jewes wandelte
weg von seinen Augen.
22
Da sah Gideon, dass jener der Beauftragte Jewes war. Und Gideon
sprach: Ach (wehe mir), Jewe, mein Herr, darum, dass ich den
Beauftragten Jewes von Angesicht zu Angesicht gesehen habe.
23
Da sprach Jewe zu ihm: Friede sei dir, fürchte (dich) nicht, du
wirst nicht sterben.
24
Und Gideon baute dort Jewe einen Altar und rief ihm den Namen Jewe
Schalom („Jewe ist Friede"); bis zu diesem Tag ist er noch
in Ophra, der Stadt des Abiesriters.
...
Überraschenderweise
bekam ein einfacher Mann aus dem Volk das gewaltige Wort Jewes, dass
Er ihn entsandt habe, Israel aus der Hand der Midianiter zu retten
(Verse 14 + 16). Wir können es ihm nicht verdenken, dass er um
ein Zeichen bat (Vers 17); dies entsprach der damaligen Zeit. Heute,
in der dem Paulus gegebenen heilsgeschichtlichen Verwaltung (Eph.
3:2), werden uns keine Zeichen gegeben; unsere Verwaltung besteht im
Glauben (1. Tim 1:4), wir wandeln hier durch Glauben und nicht durch
Wahrnehmung (2. Kor. 5:7).
Das eindeutige Zeichen für
Gideon dafür, das es wirklich Jewe war, der zu ihm gesprochen
hatte, war, dass jener seine Huldigungsgabe annimmt, indem göttliches
Feuer sie verzehrt. Und so geschah es denn auch (Vers 21). Als Gideon
sich dann des gesamten Geschehens so recht bewusst wurde, erschrak er
(Vers 22), weil er wusste, dass kein Mensch das Angesicht Jewes sehen
und leben bleiben kann (2. Mose 33:20); aber er hatte ja nur einen
Boten Jewes gesehen, der dessen Worte sprach.
Gideon
zerstört einen Altar Baals und eine Aschera
25
Und es geschah in jener Nacht, da sprach Jewe zu ihm: Nimm den Farren
(Jungstier) aus den Stieren, die deinem Vater gehören, und zwar
den zweiten Farren, der sieben Jahre ist, und du zerstörst den
Altar des Baal, der deinem Vater gehört, und die Aschera, die
ihm gegenüber (steht), schneidest du ab (vernichtest du).
26
Und du baust Jewe, deinem Elohim, einen Altar auf diesem befestigten
Gipfel mittels des Baumaterials; und du nimmst den zweiten Farren und
(weihst ihn) hinauf (bringst ihn dar) als Hinaufzuweihendes
(Brandopfer) mittels des Holzes der Aschera, die du abschneidest.
27
Da nahm Gideon zehn Mannen von seinen Dienern und tat so, wie Jewe zu
ihm geredet hatte. Und es geschah: Weil er das Haus seines Vaters und
die Mannen der Stadt fürchtete, es tags zu tun, so tat er es
nachts.
28
Und die Mannen der Stadt standen früh am Morgen auf, und da! Der
Altar Baals war abgebrochen, und die Aschera, die ihm gegenüber
stand, war abgeschnitten, und der zweite Farren war auf dem erbauten
Altar hinaufgeweiht.
29
Und sie sprachen, jedermann zu seinem Genossen: Wer tat diese Sache?
Und sie forschten nach und suchten und sprachen: Gideon, der Sohn
Joaschs, tat diese Sache.
30
Da sprachen die Mannen der Stadt zu Joasch: Führe deinen Sohn
heraus, sodass er sterbe, weil er den Altar Baals abgebrochen und
weil er die Aschera abschnitt, die ihm gegenüber stand.
31
Und Joasch sprach zu allen, die wider ihm standen: Wollt ihr für
Baal streiten oder wollt ihr ihn retten? Wer für ihn streitet,
wird noch bis zu dem Morgen getötet
werden. Wenn er ein Elohim ist, wird er für sich (selbst)
streiten, weil einer seinen Altar abbrach.
32
Und man nannte ihn (den Gideon) an jenem Tag Jerubaal (“Bekämpfer
Baals”), sprechend: Der Baal wird gegen ihn streiten, weil er
seinen Altar abgebrochen hat.
...
Wenn
Israel über Midian siegen soll, muss die Ursache für die
Bedrückung durch sie, nämlich der Götzendienst,
beseitigt werden. Die Anweisung Jewes an Gideon schuf Klarheit, auch
sein Vater bezog nun eine entschiedene Position gegen die Götzen
und nahm seinen Sohn in Schutz.
Wenn Baal wirklich ein Elohim ist ... (Vers 31). Ein Götze ist aber ein Nichts, und es gibt keinen anderen Gott als den Einen (1. Kor. 8:4).
Kapitel 6:33 - 35
Die Sammlung des Heeres
33
Und ganz Midian und Amalek und die Söhne des Ostens versammelten
und vereinigten sich und gingen über (den Jordan) und lagerten
in der Tiefebene Jesreel.
34 Und der Geist Jewes umkleidete
Gideon, und er stieß in den Schophar (Widderhorn) und Abieser
wurde wehschreiend herbeigerufen, ihm nachzufolgen.
35 Und
Gideon entsandte Beauftragte nach ganz Manasse, und auch noch er
wurde wehschreiend herbeigerufen, hinter ihm (her zu sein); und er
entsandte Beauftragte nach Ascher und nach Sebulon und nach Naphtali,
und sie stiegen hinauf, ihnen (den Feinden) zu begegnen.
Grundlegend
für alle Taten Gideons war, dass der Geist Jewes auf ihm ruhte.
So war er nun der geistgeleitete und kraftvolle Führer des
Volkes und hatte zunächst diese Vollmacht, seine Sippe (die
Abiesriter) und bestimmte Stämme zum Krieg herbeizurufen.
Das ausgelegte Wolle-Vlies
36
Und Gideon sprach zu dem (wahren) Elohim: Wenn Du Israel durch meine
Hand retten willst, so wie Du geredet hast,
37
da! Ich lege das Wolle-Vlies auf die Tenne: Wenn auf dem Vlies allein
Tau sein wird und auf all der Erde Trockenheit, so erkenne ich, dass
Du Israel durch meine Hand retten wirst, so wie Du geredet hast.
38
Und es geschah also. Und er stand am nächsten Tag früh auf
und drückte das Vlies aus, und er wrang Tau aus dem Vlies aus:
die Fülle eines Kännchens Wasser.
39
Und Gideon sprach zu dem Elohim: Nicht entbrenne Dein Zorn gegen
mich, wenn ich jedoch noch dieses Mal reden will: Ich will es doch
erproben, nur noch dieses Mal, mit dem Vlies: So sei doch Trockenheit
allein auf dem Vlies und auf der ganzen Erde sei Tau.
40
Und Elohim tat also in jener Nacht, und Trockenheit war allein auf
dem Vlies, und auf der ganzen Erde war Tau.
Man durfte ein Zeichen erfragen (Jes. 7:11). So bat denn auch Zacharias, der Vater Johannes des Täufers, um eines (Luk. 1:18). Und mit Gideon hatte Jewe gern Geduld, denn angesichts der vereinigten feindlichen Streitmacht konnte ihm wirklich bange werden: Beide Zeichen gab Er ihm. So rüstete Er den Mann durch diese Wunder für die bevorstehende Glaubensprobe der Reduzierung seines. Heeres zu.
Kapitel 7
Gideons Streitmacht wird auf 300 Mann beschränkt
1
Und Jerubaal, dies ist Gideon, und all das Volk, das bei ihm war,
standen früh auf und lagerten an der Quelle Charod; und das
Heerlager Midians war ihm im Norden vom Hügel More an in der
Tiefebene.
2
Und Jewe sprach zu Gideon: Zu viel ist des Volks, das mit dir ist,
als dass Ich Midian in ihre Hand gebe, dass Israel sich nicht wider
Mich schmückt, sprechend: Meine Hand rette mich.
3
Und nun, rufe doch zu Ohren des Volks, sprechend: Wer fürchtet
sich und zittert? Er kehre um und entflattere vom Bergigen Gileads.
Da kehrten von dem Volk 22.000 um, und 10.000 verblieben.
4
Und Jewe sprach zu Gideon: Noch ist viel des Volks; bringe sie hinab
zu den Wassern, und Ich schmelze es dir dort aus. Und es wird: Von
dem Ich zu dir spreche: Dieser geht mit dir!, er, er geht mit dir;
und jeder, von dem Ich zu dir spreche: Dieser geht nicht mit dir!,
er, er geht nicht.
5
Da brachte er das Volk zu den Wassern hinab, und Jewe sprach zu
Gideon: Jeder, der mit seiner Zunge von den Wassern leckt, so wie der
Hund leckt, ihn stellst du für sich gesondert hin, und auch
jeden, der sich auf seine Knie beugt, um zu trinken.
6
Und die Zahl der aus ihrer ihrem Mund zugeführten Hand Leckenden
war 300 Mann. Und all das übrige des Volks, sie hatten sich auf
ihre Ebene gebeugt, um Wasser zu trinken.
7
Und Jewe sprach zu Gideon: Mit den 300 Mann, denen, die leckten,
rette Ich euch und gebe Midian in deine Hand; aber all das (andere)
Volk, sie gehen, jedermann zu seinem Ort.
8
Und sie nahmen Zehrung (Proviant) vom Volk in ihre Hand und ihre
Schophare. Aber jeden Mann Israels entsandte er, jedermann zu seinen
Zelten. Und die 300 Mann behielt er, und das Heerlager Midians war
unterhalb von ihm in der Tiefebene.
Sinn und Zweck der drastischen Reduzierung der Streitmacht Israels war eindeutig (Vers 2). Jewe ist es, der rettet! Möge kein Mensch sich selber etwas zugute rechnen!
Mit
nur 300 Mann den Feinden begegnen? Bei Gott ist kein Ding unmöglich
(Mat. 19:26).
Der erzählte Traum
9
Und es geschah in jener Nacht, da sprach Jewe zu ihm: Steh auf steige
ins Heerlager hinab, denn Ich gab es in deine Hand.
10 Und
wenn du dich fürchtest hinabzusteigen, so steige du mit Pura,
deinem Knappen, zum Heerlager hinab.
11 Und du wirst hören,
was sie reden, und danach werden deine Hände Halt haben, und du
wirst in das Heerlager hinabsteigen. Da stieg er hinab, er und Pura,
sein Knappe, bis zum Rande der Fünf-Mann-Kampfgruppen, die im
Heerlager waren.
12 Midian aber und Amalek und alle Söhne
des Ostens waren in der Tiefebene eingefallen wie Heuschrecken in
Menge, und ihre Kamele waren zahllos, wie der Sand am Gestade des
Meeres an Menge.
13 Und Gideon kam (am Lager an), und da!
Ein Mann erzählte seinem Gefährten einen Traum und sprach:
Da! Einen Traum träumte ich, und da! Ein dunkles Gerstenbrot
rollte ins Heerlager Midians und er kam bis zu dem Zelt und schlug
es, und so fiel es (ein), und das Brot wendete es aufwärts um,
und das Zelt fiel (zusammen).
14 Da antwortete sein
Gefährte und sprach: Kein anderes ist dies als das Schwert
Gideons, des Sohnes Joaschs, des Mannes Israels. Gegeben hat der
Elohim Midian und das ganze Heerlager in seine Hand.
15
Und es geschah: Als Gideon die Erzählung des Traums hörte
und seine Deutung, da warf er sich (huldigend) hin; und er kehrte zum
Heerlager Israels zurück und sprach: Steht auf, denn Jewe gab
das Herrlager Midians in eure Hand.
Jewe ermutigte Gideon
durch die nochmalige Zusicherung des Sieges (Vers 9) und gab ihm,
ohne dass er darum gebeten hatte, ein weiteres Zeichen: der erzählte
Traum. Genau an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt bekam er ihn zu
hören. Das wurde ihm zum kraftvollen Zuspruch, sodass er
unverzüglich den Angriff vorbereitete.
Der
Überfall und die Verfolgung
16
Und er unterteilte die 300 Mann in drei Hauptschaften und gab
Schophare in ihrer aller Hand und leere Krüge, und Fackeln waren
inmitten der Krüge.
17 Und er sprach zu ihnen: Von mir
seht ihr's, und ebenso tut ihr. Und da! Ich komme an den Rand des
Heerlagers, dann geschehe, dass ihr ebenos tut, wie ich tue.
18
Und stoße ich in den Schophar, ich und alle, die bei mir sind,
so stoßt auch noch ihr, ja ihr, in die Schophare rings um das
ganze Lager, und ihr sprecht: Für Jewe und für Gideon!
19
Und Gideon und die 100 Mann, die bei ihm waren, kamen am Rand des
Heerlagen an am Anfang der mittleren Nachtwache (22 bis 2 Uhr) –
als man gerade die Hüter hatte aufstellen lassen, ja aufstellen
lassen – und sie stießen in die Schophare und
zerschellten die Krüge, die in ihrer Hand waren.
20
Und die drei Hauptschaften stießen in die Schophare und
zerbrachen die Krüge; und sie hielten in ihrer linken Hand die
Fackeln und in ihrer rechten Hand die Schophare, dareinzustoßen,
und sie riefen: Schwert für Jewe und für Gideon!
21
Und sie standen jeder an seinem Platz rings um das Heerlager; da lief
all das Heerlager (durcheinander), und jene erhoben Kriegsgeschrei
und machten (sie) fliehen.
22
Und sie stießen in die 300 Schophare, und Jewe führte das
Schwert eines jeden gegen seinen Gefährten, und zwar in all dem
Heerlager; und das Heerlager floh bis Bet Haschita gen Zerera, bis
zum Gestade Abel Mecholas gegenüber Tabat.
23
Und man schrie die Mannschaft Israels herbei, die von Naphtali und
von Ascher und von ganz Manasse, und sie verfolgter Midian hinter
(ihnen) her.
24
Und Gideon entsandte Beauftragte in all das Bergland Ephraims,
sprechend: Steigt herab, Midian zu begegnen, und erobert die Wasser,
die ihm bis Bet Bara (zu eigen), und den Jordan. Und man schrie jeden
Ephraims herbei, und sie eroberten die Wasser bis Bet Bara und den
Jordan.
25
Und sie fingen zwei Fürsten Midians, Oreb und Seeb, und sie
brachten Oreb am Felsen Oreb um, und Seeb brachten sie an der Kufe
(Kelter) Seeb um; und sie verfolgten (sie) gen Midian, aber das Haupt
Orebs und Seebs brachten sie zu Gideon jenseits des Jordans.
Der
alles bewirkende Gott gab der doch sehr ungewöhnlichen
Kriegstechnik Gideons Gelingen. Der plötzliche durchdringende
Lärm der Schophare, die Fackeln und die Kriegsjubelrufe Israels
rings um das Lager der Feinde erzeugten den Eindruck einer großen
Übermacht. In ihrer Verwirrung gingen die Midianiter sogar
aufeinander los und flohen dann.
Kapitel 8
Der Vorwurf Ephraims
1
Und die Mannschaft Ephraims, sie sprachen zu ihm: Was ist das für
eine Sache, die du uns angetan hast, uns nicht zu rufen, als du denn
wandeltest, um gegen Midian zu streiten? Und sie haderten (führten
einen Wortstreit) mit ihm anhaltend.
2 Und er sprach zu
ihnen: Was tat ich denn schon im Vergleich zu euch? Ist die Kahllese
(Nachlese) Ephraims nicht besser als die Weinlese Abiesers?
3
In eure Hand gab Elohim die Fürsten Midans, Oreb und Seeb. Und
was konnte ich tun im Vergleich zu euch? Daraufhin ließ ihr
(hadernder) Geist von ihm los, als er dieses Wort redete.
Gideon
war demütig und konnte Ephraim besänftigen. „Eine
zarte Antwort bewirkt, dass die Zorneshitze sich legt” (Spr.
15:1) Gideon, der Sohn Abiesers, hatte zwar den Anfang gemacht, aber
Ephraim hatte mehr geleistet: sie hatten weite Gebiete um den Jordan
erobert und zwei Fürsten Midians gefangen genommen.
Weitere Verfolgung
4
Und Gideon kam an den Jordan, er ging hinüber, auch die 300
Mann, die mit ihm waren, (sie waren) ermattet, und (sie)
verfolgten.
5
Und er sprach zu den Mannen Sukots (einer Stadt im Losteil Gads
östlich des Jordans): Gebt doch (einige) Leibe Brot dem Volk,
das in meinen Fußspuren ist, denn sie sind ermattet, und ich
verfolge Sebach und Zalmuna, die Regenten Midians.
6
Und die Fürsten Sukots sprachen: (Ist denn die) Hand Sebachs und
Zalmunas nun (schon) in deiner Hand, dass wir deinem Heer Brot geben
(müssten)?
7
Da sprach Gideon: Darum, wenn Jewe Sebach und Zalmuna in meine Hand
gibt, so zerdresche ich euer Fleisch mit Dornen der Wildnis und mit
den widerhakigen (Dornen).
8
Und er stieg von dort hinauf nach Penuel (eine Stadt Gads) und sprach
ebenso auch zu ihnen; und die Mannen Penuels
antworteten ihm so wie die Mannen Sukots geantwortet hatten.
9
Und er sprach auch noch zu den Mannen Penuels, sprechend: Bei meiner
Rückkehr im Frieden werde ich diesen Turm abbrechen.
10
Aber Sebach und Zalmuna waren in Karkor und ihre Heerlager mit ihnen,
etwa 15.000 Mann, all die Übriggebliebenen vom ganzen Heerlager
der Söhne des Ostens; und gefallen waren 120.000 Mann, jeder ein
Schwertziehender.
11
Und Gideon stieg den Weg derer hinauf, die in Zelten wohnten, östlich
von Nobach und Jogbeha, und er schlug das Heerlager; das Heerlager
aber (wähnte sich) in Sicherheit.
12
Und Sebach und Zalmuna flohen, und er verfolgte sie, hinter ihnen
her, und fing die zwei Regenten Midans, Sebach und Zalnuna und
brachte das ganz Heerlager zum Zittern.
13
Und Gideon, der Sohn Joaschs, kehrte zurück aus dem Streit über
den Anstieg von Cheres.
14
Und er fing einen Jüngling von den Mannen Sukots und fragte ihn,
und diesen schrieb ihm die Fürsten Sukots und ihre Ältesten
auf, siebenundsiebzig Mann.
15
Und er kam zu den Mannen Sukots und sprach: Da sind Sebach und
Zalmuna, derer wegen ihr mich schmähtet, sprechend: (Ist denn
die) Hand Sebachs und Zalmunas nun (schon) in deiner Hand, dass wir
deinen matten Mannen Brot geben (müssten)?
16
Und er nahm die Ältesten der Stadt und nahm Dornen der Wildnis
und die widerhakigen (Dornen) und brachte mit ihnen die Mannen Sukots
zur Einsicht.
17
Und den Turm Penuels brach er ab und brachte die Mannen der Stadt
um.
Wer dem von Jewe beauftragten Richter und Führer
Israels nicht half, selbst wenn es Angehörige Israels waren,
musste bestraft werden.
Wenn wir in Hebräer 11:34 von den
Männern lesen, „.. in Schwachheit gekräftigt
wurden,
in der Schlacht stark wurden, der Fremden Lager in die
Flucht jagten”, so dürfen wir auch an Gideon (Heb. 11:32)
denken.
Der Tod der beiden Regenten Midians
18
Und er sprach zu Sebach und zu Zalnuna: Wo sind denn die Mannen, die
ihr in Tabor (Ort im Losteil Benjamins) umgebracht habt? Und sie
sprachen: Wie du, so waren sie, (jeder) Einzelne wie ein Ansehnlicher
der Söhne des Regenten.
19
Und er sprach: Meine Brüder Söhne meiner Mutter waren sie!
Bei Jewe, dem Lebenden, wenn ihr sie leben gelassen hättet,
brächte ich euch nicht um.
20
Und er sprach zu Jeter, seinem Erstling: Steh auf, bringe sie um!
Aber der Jüngling zog sein Schwert nicht, denn er fürctete
sich, denn er war noch ein Jüngling.
21
Da sprachen Sebach und Zalmuna: Sieh du auf und komme uns entgegen,
denn wie der Mann, so ist seine Kampfkraft. Da stand Gideon auf und
brachte Sebach und Zalmuna um, und er nahm die Halbmonde, die an den
Hälsen ihrer Kamele waren.
Es war wohl so gewesen, dass
die Midianiter bei einem ihrer früheren Raubzüge Brüder
Gideons umgebracht hatten. Er wusste sich der Blutrache verpflichtet
(1. Mose 9:5, 6; 4. Mose 35:16; 5. Mose 19: 11, 12).
Gideon lehnt die Königswürde ab, führt aber Götzendienst ein
22
Und die Mannschaft Israels, sie sprachen zu Gideon: Herrsche du über
uns, auch noch du, auch noch dein Sohn, auch noch der Sohn deines
Sohnes, denn du hast uns aus der Hand Midians gerettet.
23
Und Gideon sprach zu ihnen: Nicht herrsche ich, ja ich, über
euch, und nicht herrscht mein Sohn über euch, Jewe herrscht über
euch.
24 Und Gideon sprach zu ihnen: Ich will euch
ersuchen, ja ersuchen, und ihr gebt mir ein jeder einen Schmuckreif
von seiner Beute, denn Schmuckreife aus Gold waren jenen (zu eigen),
dann sie waren Ismaeliter.
25 Und sie sprachen: Wir geben,
ja geben sie. Und sie breiteten die Umtuchung aus und warfen ein
jeder einen Schmuckreif von seiner Beute dorthin.
26
Und das Gewicht der goldenen Schmuckreife, die er erfragt hatte, war
1.700 Schekel (Gewichts- und Geldeinheit von vermtl. 12 g) Gold, ohne
die Halbmonde und die Ohringe und die rotpurpurnen Gewänder, die
auf den Regenten Midians waren, und ohne die Nackengeschmeide, die an
den Hälsen ihrer Kamele waren.
27 Und Gideon machte es
zu einem Ephod und stellte es in seiner Stadt, in Ophra, hin und ganz
Israel, sie hurten dort hinter ihm her, und es wurde den Gideon und
seinem Haus zur Schlinge.
28 So wurde Midian angesichts der
Söhne Israels gebeugt, und nicht fuhren sie fort, ihr Haupt zu
erheben. Und das Land hatte Muße vierzig Jahre in den Tagen
Gidions.
Die
Epoche Gideons währte von 1209 bis 1169 v. Chr.
Das
Volk wollte Gideon zum König machen. Aber er gab ihnen die
richtige Antwort, dass nämlich Jewe der König Israels ist
(Jes. 33:22); weit vorausschauend dürfen wir Jesus als den König
Israels erkennen.
Viele
Jahre später, als die Ältesten Israels von Samuel einen
König erbaten, befand Jewe, dass sie damit Ihn als den Herrscher
Israels verworfen hatten, Samuel ihnen aber notgedrungen einen König
geben solle (1. Sam. 8:7; 10:19). Ein fleischliches, unbändiges
Volk braucht nun mal einen König, der für Recht und Ordnung
sorgt (Ri. 21:25). Israel dürfte einen König nur aus den
eigenen Reihen über sich festlegen, und zwar den, den Jewe
erwählt (5. Mose 17:14).
Von dem Schmuck und den Gewändern aus der Beute machte Gideon einen Ephod. Ein Ephod ist ein Oberkörperumbund, ein Brust und Rücken bedeckendes Kleidungsstück, gewöhnlich aus Leinen, insbesondere das den Brustschild tragende Ephod des Hohepriesters (2. Mose 28:28; 2. Sam. 6:14). Wie auch immer Gideon das goldene Ephod aufstellte, vermutlich einer Statue umlegte, es wurde dem Volk zum Götzenbild, von dem sie Kraftwirkungen erwarteten, den Ehebund mit Jewe verlassend und geistliche Hurerei treibend. Welch eine Tragik, dass Gideon eine solche Sünde betrieb!
Gideons
Söhne, sein Tod
29
Und Jerubaal, da Sohn Joaschs, ging hin und wohnte in
seinem
Haus.
30
Und Gideon bekam siebzig Söhne, herausgegangen aus seiner Hüfte,
denn er hatte viele Frauen.
31
Und seine Nebenfrau, die in Sichem war, auch noch sie, sie gebar ihm
einen Sohn, und er legte seinen Namen fest: Abimelech ("Mein
Vater ist König").
32
Und Gideon, der Sohn Joaschs, starb in gutem grauen Haar, und er
wurde im Grab Joaschs, seines Vaters, in Ophra begraben, der Stadt
des Abiesriters.
33
Und es geschah: Als Gideon gestorben war, da kehrten die Söhne
Israels um und hurten hinter den Baalim (Götzen) her, und sie
legten sich den Baal Berit als Elohim fest.
34
Und nicht gedachten die Söhne Israels Jewes, ihres Elohims,
dessen, der sie aus der Hand all ihrer Feinde von ringsum geborgen
hatte.
35
Und nicht erwiesen sie dem Haus Jerubaal Gideo Huld gemäß
all dem Guten, das er an Israel getan hatte.
Gideons viele
Frauen und der Name seines Sohnes von der Konkubine: Abimelech, „Mein
Vater ist König", lassen erkennen, dass er praktisch wie
ein König lebte. Nach seinem Tod ging es rasend schnell abwärts
mit Israel. Gideon war vergessen, Jewe ebenfalls, und der Götze
Baal Berit („Bundes-Baal"), der einen Tempel in Sichem
hatte, beherrschte den Alltag mit all den üblen moralischen
Folgen.
Kapitel
9
Abimelech
1
Und Abimelech, der Sohn Jerubaals, ging nach Sichem zu den Brüdern
seiner Mutter und redete zu ihnen und zur ganzen Sippe des Hauses des
Vaters seiner Mutter, sprechend:
2
Redet doch vor den Ohren aller Grundstückseigner Sichems: Was
ist gut für euch, dass siebzig Mann über euch herrschen, ja
alle Söhne Jerubaals, oder dass ein (einziger) Mann über
euch herrscht? Und ihr gedenkt doch, dass ich euer Gebein und euer
Fleisch bin.
3
Da redeten die Brüder seiner Mutter aufgrund von ihm vor den
Ohren aller Grundstückseigner Sichems all diese Worte, und ihr
Herz streckte sich zu Abimelech hin, denn sie sprachen: Unser Bruder
ist er.
4
Und sie gaben ihm siebzig (Schekel) Silber aus dem Haus des Baal
Berit, und Abimelech dingte damit leere und überschäumende
Mannen, und sie gingen hinter ihm her.
5
Und er kam zum Haus seines Vaters nach Orpha und brachte seine
Brüder, die Söhne Jerubaals, um, siebzig Mann, auf einem
(einzigen) Stein, aber Jotam, der Sohn Jerubaals, der kleinste
(jüngste), blieb übrig, denn er hatte sich versteckt.
Jotam
bedeutet „Jewe ist der Vollendete"
Der
eine Stein war sicherlich ein Opferstein für Baal Berit, auf dem
diese öffentliche Sammelhinschlachtung stattfand.
Jotams Fabel
6
Und alle Grundeigentümer Sichems wurden versammelt und das ganze
Haus Milo (Festung bei Sichem). Und sie gingen hin und machten
Abimelech regieren, ja zum König bei dem aufgestellten
Götterbaum, der in Sichem war.
7 Und man berichtete es
dem Jotam, und er ging und stellte sich auf das Haupt (den Gipfel)
des Berges Garizim und erhob seine Stimme und rief und sprach zu
ihnen: Hört mir zu, Grundeigner Sichems, sodass Elohim zu euch
hin höre.
8 (Einst) wandelten, ja wandelten die Bäume,
um über sich einen König zu salben, und sie sprachen zum
Ölbaum: Regiere über uns!
9 Aber der Ölbaum
sprach zu ihnen: Soll ich ablassen von meinem strotzenden Ausfluss,
den die Elohim und die Mannen an mir verherrlichen, und soll ich
wandeln, um über den (Wipfeln der) Bäume zu wanken (zu
schwanken, hin- und herbewegt zu werden)?
10 Und die Bäume
sprachen zum Feigenbaum: Geh (komm) du,
regiere über uns!
11
Aber der Feigenbaum sprach zu ihnen: Soll ich ablassen von meiner
Süßigkeit und meiner guten Frucht, und soll ich wandeln,
um über den Bäumen zu wanken?
12
Und die Bäume sprachen zum Rebstock: Geh (komm) du, regiere über
uns!
13
Aber der Rebstock sprach zu ihnen: Soll ich ablassen von meinem
Süßwein, dem die Elohim und die Mannen erfreuenden und
soll ich wandeln, um über den Bäumen zu wanken?
14
Und all die Bäume sprachen zum Bocksdorn (ein dorniger Strauch):
Geh (komm) du, regiere über uns!
15
Und der Bocksdorn sprach zu den Bäumen: Wenn ihr in Wahrheit
mich zum König über euch salben wollt, so kommt, bergt euch
in meinem Schatten; wenn aber nicht, so wird Feuer von dem Bocksdorn
herausgehen und wird die Zedern des Libanons fressen.–
16
Und nun, wenn in Wahrheit und Makellosigkeit ihr es getan und
Abimelech regieren gemacht habt, und wenn ihr Gutes an Jerubaal und
an seinem Haus getan habt, und wenn ihr ihm gemäß dem
Vergelten (gemäß dem Erbringen) seiner Hände getan
habt
17 –
da doch mein Vater für euch gestritten und seine Seele (sie
nicht achtend) weggeworfen hat und euch aus der Hand Midians geborgen
hat,
18 ihr
aber, ihr standet auf wider das Haus meines Vaters am heutigen Tag
und brachtet seine Söhne um, siebzig Mann, auf einem (einzigen)
Stein, und machtet Abimelch, den Sohn seiner Magd, regieren über
die Grundeigner Sichems, weil er euer Bruder ist –,
19
und wenn in Wahrheit und Makellosigkeit ihr an Jerubaal und an seinem
Haus getan habt an diesem Tag: Freuet euch an Abimelech und freue
sich auch noch er an euch!
20
Wenn aber nicht, so gehe Feuer von Abimelech aus und fresse die
Eigner Sichems und das Haus Milo, und Feuer gehe aus von den Eignern
Sichems und vom Haus Milo und fresse Abimelech!
21
Und Jotam floh und entwich und ging nach Beer und wohnte dort, weg
vom Angesicht Abimelechs, seines Bruders.
Mit einer Fabel will
Jotam das Gewissen der Sichemiter wachrütteln und die
Unwürdigkeit Abimelechs bloßstellen.
Unter
dem Aspekt, dass Jewe der König Israels ist und das Königtum
damals nicht anzustreben war, besagen der Ölbaum, der Feigenbaum
und der Rebstock, dass gute Frucht bringende Menschen nicht über
andere herschen wollen. Es gibt aber auch Dornsträucher,
nutzlose Egoisten, Herrschsüchtige und Gewaltbereite, und was
diese sagen, ist gelogen und stellt sich in der Fabel als bittere
Ironie dar, denn sie spenden keinen Schatten und bringen keine
Frucht, sondern fangen leicht Feuer und setzen ihre Umgebung in Brand
(Vers 15).
Jotam
setzt den Bocksdorn mit Abimelech gleich und wünscht den
Sichemitern wie auch dem Abimelech viel Freudeaneinander (Vers 19).
Dies war ironisch gemeint, denn Freude war nicht zu erwarten, weder
von einem Dornstrauch noch von dem Massenmörder Abimelech,
sondern Feuer und Zestörung (Vers 20).
Feindschaft zwischen Abimelech und Sichem
22
Und Abimelech kämpfte für Israel drei Jahre (1169 - 1166 v.
Chr.).
23
Und Elohim entsandte einen bösen Geist zwischen Abimelech und
die Grundeigner Sichems, und die Grundeigner Sichems verrieten
Abimelch,
24
dass die Gewalttal an den siebzig Söhnen Jerubaals (über
ihn) komme, und um ihr Blut auf Abimelch, ihren Bruder, zu legen, der
sie umgebracht hatte, und auf die Grundeigner Sichems, die seinen
Händen Halt gegeben hatten, seine Brüder umzubringen.
25
Und gegen ihm legten die Grundeigner Sichems Lauernde auf die Häupter
der Berge, und diese beraubten jeden, der an ihnen auf dem Weg
vorüberging; und dies wurde dem Abimelech berichtet.
26
Da kamen Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder, und sie gingen
nach Sichem, und die Grundeigner Sichems sicherten sich in ihm.
27
Und sie gingen hinaus auf das Gefild und lasen ihre Weinberge ab und
traten die Kelter und sprachen Lob aus (feierten ein Dankesfest), und
sie kamen ins Haus ihres Elohims und aßen und tranken und
verfluchten Abimelech.
28
Und Gaal, der Sohn Ebeds, sprach: Wer ist Abimelech und wer Sichem,
dass wir ihm dienen? Ist er nicht ein Sohn Jerubaals und Sebul der
von ihm (eingesetzte) Vorgesetzte? Dient doch den Mannen Chamors,
des Vaters Sichems (1. Mose 34:26)! Wir aber, weshalb sollten wir ihm
dienen?
29
Ja, wer gibt dieses Volk in meine Hand, sodass ich Abimelech wegnehme
(beseitige)? Und er sprach in Bezug auf Abimelech: Mehre dein Heer
und geh heraus zum Streit!
30
Und Sebul, der Fürst der Stadt, hörte die Worte Gaals, des
Sohnes Ebeds; da entbrannte sein Zorn,
31
und er entsandte Beauftragte, um (Gaal) zu betrügen, zu
Abimelech, sprechend: Da! Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder
kamen nach Sichem, und da! Sie bedrängen (wiegeln auf) die Stadt
wider dich.
32
Und nun, steh auf des Nachts, du und das Volk, das bei dir ist, und
laure im Gefild.
33
Und es geschehe: Am Morgen, sowie die Sonne aufgeht, stehst du früh
auf und ziehst wider die Stadt aus, und da! Er und das Volk, das mit
ihm ist, wird zu dir hinausgehen, und dann tust du ihm, so wie es
deine Hand findet.
34
Da standen Abimelech und all das Volk, das mit ihm war, des Nachts
auf, und sie belauerten Sichem, vier Hauptschaften (Abteilungen).
35
Und Gaal, der Sohn Ebeds, ging heraus und stellte sich vor die
Öffnung des Tores der Stadt. Und Abimelech und das Volk, das mit
ihm war, standen aus der Lauerstellung auf.
36
Und Gaal sah des Volk und sprach zu Sebul: Da! (Kriegs-) Volk steigt
von den Häuptern der Berge herab. Aber Sebul sprach zu ihm: Den
Schatten der Berge siehst du als Mannen an.
37
Doch Gaal fuhr fort zu reden und sprach: Da! (Kriegs-) Volk, sie
steigen herab von der Nabe des Landes, und eine einzehne Hauptschaft
kommt den Weg vom Götterbaum der Umwölkenden (Betörenden;
Zeichendeuter) her.
38
Da sprach Sebul zu ihm: Wo ist denn nun dein Mund, mit dem du
sprichst: Wer ist Abimelech, dass wir ihm dienen? Ist nicht dies das
Volk, das du verwarfst? Geh doch nun hinaus und streite gegen es!
39
Und Gaal ging hinaus angesichts der Grundeigner Sichems und stritt
gegen Abimelech.
40
Und Abimelech verfolgte ihn, und er floh, weg von seinem Angesicht,
und viele Durchbohrte fielen bis hin zur Öffnung des Tores.
41
Und Abimelech wohnte in Aruma, und Sebul vertrieb Gaal und seine
Brüder vom Wohnsitz in Sichem.
Jewe, dem Elohim Israels,
stehen alle Seine Geschöpfe zu Gebote (Vers 23), auch der Satan
(Hiob 1:6 ,8,12; 2:6) und seine bösen Geister, auch Beelzebul
mit seine Dämonen, ist doch unser Herr Jesus Christus
„hocherhaben über jede Fürstlichkeit und Obrigkeit,
Macht und Herrschaft, auch über jeden Namen, der nicht allein in
diesem Äon, sondern auch in dem zukünftigen genannt wird"
(Eph. 1:21). Der böse Geist hatte die Aufgabe, die Rache für
die Gewalttat Abimelechs an den siebzig Söhnen Gideons wie auch
für die Mitschuld der Sichemiter (Ri. 9:3, 4) einzuleiten (Vers
24).
Was die von Sichem bestellten Straßenräuber den Reisenden und Händlern abnahmen, entging dem Abimelech an Einnahmen aus dem Wegezoll (Vers 25).
Dann
maßte sich Gaal die Führung an (Vers 26). Bei einem
Erntedankfest gewann er die Sichemiter für sich (Verse 28 + 29).
Aber Sebul, der Stadthalter Abiimelechs in Sichem, fädelte die
Niederlage Gaals ein (Verse 30 - 33).
Mit
der „Nabe des Landes” (oder: dem Nabel der Erde) dürfte
der Berg Garizim gemeint sein (Vers 37).
Gaal
war vertrieben. Doch nicht genug damit, jetzt nahm Abimelch Rache an
den ihm zwrschenzeitlich untreu gewesenen Einwohnern Sichems (ab Vers
42).
Abimelechs
Sieg und sein Ende
42
Und es geschah am nächsten Tag, da ging das Volk hinaus auf das
Gefild, und man berichtete es dem Abimelech.
43 Und er nahm
das Volk (das mit ihm war), und teilte sie in drei Hauptschaften und
lauerte im Gefild. Und er sah, und da! Das Volk ging heraus aus der
Stadt. Da stand er wider sie auf und schlug sie.
44 Und
Abimelch und die Hauptschaften, die mit ihm waren, zogen aus und
stellten sich vor die Öffnung des Tores der Stadt, und zwei der
Hauptschaften zogen aus wider alle, die im Gefild waren, und schlugen
sie.
45 Und Abimelech stritt jenen ganzen Tag gegen die
Stadt, und das Volk, das in ihr war, brachte er um, und er brach die
Stadt ab und besäte sie mit Salz.
46 Und all die
Eigner des Turmes Sichems hörten es, und sie kamen zur Grotte
des Hauses des El Berit.
47 Und dem Abimelech wurde
berichtet, dass sich alle Eigner des Turmes Sichems (dorthin)
zusammengeschart hatten.
48 Da stieg Abimelech auf den Berg
Zalmon, er und all das Volk, das mit ihm war, und Abimelech nahm die
Beile in seine Hand und schnitt Geäst der Bäume ab und hob
es und legte es auf seine Schulter und sprach zu dem Volk, das mit
ihm war: Was habt ihr gesehen, das ich getan habe? Seid schnell, tut
wie ich!
49 Da schnitt auch noch all das Volk ein jeder
Geäst ab, und sie gingen hinter Abimelech her und legten (das
Geäst) wider die Grotte und zündeten auf sie (die in der
Grotte) zu die Grotte mit Feuer an, und so starben auch noch alle
Mannen des Turmes Sichems, etwa 1.000, Mann und Frau.
50
Und Abimelech ging nach Tebez und lagerte gegen Tebez und eroberte
sie.
51 Und inmitten der Stadt war ein starker Turm, und
dorthin flohen all die Mannen und die Frauen und alle Grundeigner der
Stadt und schlossen sich dort ein und stiegen auf das Dach des Turmes
hinauf.
52 Und Abimelech kam bis zu dem Turm und stritt
gegen ihn und kam bis zur Öffnung des Turms, ihm im Feuer zu
verbrennen.
53 Da warf eine Frau ein abgesplittertes (Teil)
eines oberen Mühlsteins auf das Haupt Abimelechs und zerknickte
seinen Schädel.
54 Und er rief schnell dem Knappen,
dem seine Waffen Tragenden, und sprach zu ihm: Ziehe dein Schwert und
töte mich, dass man nicht über mich spricht: Eine Frau
brachte ihn um! Und sein Knappe durchstach ihn, und er starb.
55
Und als die Mannschaft Israels sah, dass Abimelech gestorben war, da
gingen sie ein jeder zu seinem Ort.
56 Und so brachte
Elohim das Böse Abimelechs ihm zurück, das er seinem Vater
angetan hatte, als er seine siebzig Brüder umbrachte.
57
Und all das Böse der Mannen Sichems brachte Elohim gegen ihr
Haupt zurück, und es kam über sie der Fluch Jotams, des
Sohnes Jerubaals.
Eine Stadt mit Salz bestreuen (Vers 45)
hieß, dass sie für immer unfruchtbar und unbewohnbar sein
solle.
Die
Stadt Tebez hielt zu Sichem (Vers 50).
Das Ende Abimelechs und Sichems (Verse 56 + 57) macht wieder deutlich: „Was auch ein Mench sät, das wird er auch ernten" (Gal. 6:7), wie auch König David wusste:„Jewe wird dem Täter des Bösen gemäß seinem Bösen erstatten" (2. Sam. 3:39).
Kapitel
10
Die Richter Tola und Jair
1
Und nach Abimelech erstand, um Israel zu retten, Tola, der
Sohn
Puahs, des Sohnes Dodos, ein Mann Issakars. Und er wohnte in
Schamir im Bergland Ephraims.
2
Und er richtete Israel dreiundzwanzig Jahre (1166 - 1143 v. Chr.);
und er starb und wurde begraben in Schamir.
3
Und nach ihm erstand Jair, der Gileaditer, und er richtete Israel
zweiundzwanzig Jahre (1143 - 1121 v. Chr.).
4
Und es waren ihm dreißig Söhne, die auf dreißig
Jungeseln ritten, und dreißig Städte waren ihnen (zu
eigen); man nennt sie bis zu diesem Tag „Belebte (Städte)
Jairs", die im Land Gilead sind.
5
Und Jair starb und wurde begraben in Kamon.
...
Von diesen Richtern sind keine besonderen Taten überliefert. Sie werden sich auf ihre Leitungs- und Rechtsprechungsaufgaben beschränkt haben. Die dreißig Söhne, Jungesel und Städte (oder: Dörfer) zeugen von Macht und Wohlstand.
Die Unterdrückung durch Amon
6
Und die Söhne Israels fuhren fort, das in den Augen Jewes Böse
zu tun, und sie dienten den Baalim und der Astarte und den Elohim
Arams und den Elohim Sidons und den Elohim Moabs und den Elohim der
Söhne Amons und den Elohim der Philister; und sie verließen
Jewe und dienten Ihm nicht.
7
Da entbrannte der Zorn Jewes gegen Israel, und Er verkaufte sie in
die Hand der Philister und in die Hand der Söhne Amons.
8
Und sie scheuchten die Söhne Israels auf und zerknickten sie in
jenem Jahr; ja achtzehn Jahre lang (um 1139 - 1121 v. Chr.), alle
Söhne Israels jenseits des Jordans im Land des Amoriters, das in
Gilead ist.
9
Und die Söhne Amons gingen über den Jordan, um auch noch
gegen Juda zu streiten und gegen Benjamin und gegen das Haus Ephraim;
und dies bedrängte Israel überaus.
10
Da wehschrien die Söhne Israels zu Jewe, sprechend: Wir
verfehlten gegen Dich, denn wir verließen unseren Elohim und
dienten den Baalim.
11
Und Jewe sprach zu den Söhnen Israels: (Ist's) nicht, (dass Ich
euch rettete) aus Ägypten und aus den Amoriter und aus den
Söhnen Amons und aus den Philistern?
12
Und die Sidonier und Amalek und Maon (Stadt im Losteil Judas)
unterdrückten euch, und ihr schriet zu Mir; da errettete Ich
euch aus ihrer Hand.
13
Ihr aber, ihr verließt Mich und dientet anderen Elohim; daher
fahre Ich nicht fort, euch zu retten.
14
Gehet und wehschreit zu den Elohim, die ihr erwähltet! Sie, sie
sollen euch in der Zeit eurer Bedängnis retten.
15
Da sprachen die Söhne Israels zu Jewe: Wir verfehlten, tue Du
uns gemäß all dem in Deinen Augen Guten, jedoch birg uns
doch an diesem Tag.
16
Und sie nahmen die ausländischen Elohim aus ihrer Mitte weg und
dienten Jewe; und Seine Seele wurde kurz (konnte des Gericht nicht
länger ausdehnen) infolge des Mühens Israels.
17
Und die Söhne Amons wurden herbeigeschrien und lagerten in
Gilead, und die Söhne Israels wurden versammelt und lagerten in
Mizpa.
18
Und das Volk, ja die Fürsten Gileads, sprachen ein jeder zu
seinem Genossen: Wer ist der Mann, der beginnt, gegen die Söhne
Amons zu streiten? Er wird zum Haupt für alle Bewohner
Gileads.
...
Die Söhne Israels kamen zur Sündenerkenntnis und taten sogar die Götzen hinweg (Verse 15 + 16). Wollten sie nur gerettet werden oder war es eine tiefgreifende Hinwendung zu Jewe?
Kapitel 11
Jiphtachs Berufung
1
Und Jiphtach, der Gileaditer, war ein mächtiger Gewappneter (ein
kraftvoller Krieger); er war der Sohn einer Frau, einer Hure, und
Gilead hatte Jiphtach gezeugt.
2
Und auch die Ehefrau Gileads gebar ihm Söhne; und die Söhne
der Ehefrau wurden groß und vertrieben Jiphtach und sprachen zu
ihm: Nicht wirst du im Haus unseres Vaters belost, denn du bist der
Sohn einer anderen Frau.
3
Und Jiphtach entwich, weg vom Angesicht seiner Brüder und wohnte
im Lande Thob. Und um Jiphtach sammelten sich leere Mannen, und sie
gingen mit ihm hinaus zum Streit.
4
Und es geschah ausgangs von Tagen, da stritten die Söhne Amons
mit Israel.
5
Und es geschah: Als die Söhne Amons mit Israel stritten, da
gingen die Ältesten Gileads hin, um Jiphtach mitzunehmen, weg
vom Lande Thob.
6
Und sie sprachen zu Jiphtach (1121 v. Chr.): Geh (komm), und du wirst
uns zum Anführer, und wir wollen gegen die Söhne Amons
streiten.
7
Da sprach Jiphtach zu den Ältesten Gileads: (Ist's) nicht, ihr,
ihr hasstet mich und vertriebt mich aus dem Haus meines Vaters; und
weshalb kommt ihr nun zu mir, gemäß
dem, dass ihr Bedrängnis habt?
8
Und die Ältesten Gileads sprachen zu Jiphtach: Ja, daher kehrten
wir nun zu dir zurück, und du sollst mit uns wandeln und gegen
die Söhne Amons streiten und uns zum Haupt werden, ja allen
Bewohnern Gileads.
9
Da sprach Jiphtach zu den Ältesten Gileads: Wenn ihr mich
zurückbringt, um gegen die Söhne Amons zu streiten, und
Jewe sie mir angesichts dahingibt, so werde ich, ja ich, auch zum
Haupt.
10
Und die Ältesten Gileads sprachen zu Jiphtach: Jewe war der
Hörende zwischen uns: (Wehe), wenn wir nicht deinem Wort gemäß
also tun!
11
Und Jiphtach ging mit den Ältesten Gileads, und das Volk legte
ihn als Haupt und Anführer über sich fest. Und Jiphtach
redete alle seine Worte angesichts Jewes in Mizpa.
...
Die
Städte Thob und Mizpa lagen im Land Gilead auf der Ostseite des
Jordans.
Da Jiphtach mit losen Männern zum Streit
hinausging, dürfen wir uns eine Räuberbande vorstellen
(Vers 3). Doch Jiphtach schien sich umstimmen zu lassen. Er ließ
sich von den Ältesten Gileads berufen und schloss das Bündnis
mit ihnen angesichts Jewes (Vers 11). Der Geist Jewes aber kam erst
etwas später auf ihn (Vers 29).
Jiphtach verhandelt mit Amon
12
Und Jiphtach entsandte Beauftragte zum König der Söhne
Amons, sprechend: Was ist zwischen mir und dir, dass du zu mir
gekommen bist, gegen mein Land zu streiten?
13
Und der König der Söhne Amons sprach zu den Beauftragten
Jiphtachs: Dieweil Israel mein Land genommen hat nach seinem
Heraufsteigen aus Ägypten, vom Arnon bis zum Jabok und bis zum
Jordan; und nun, lass die Länder im Frieden (an uns)
zurückkehren!
14
Da fuhr Jiphtach noch fort, und er entsandte (nochmals) Beauftagte
zum König der Söhne Amons
15
und (ließ) zu ihm sprechen: So spricht Jiphtach: Nicht nahm
Israel das Land Moab und das Land der Söhne Amons,
16
denn nach ihrem Heraufsteigen aus Ägypten, da ging Israel in der
Wildnis bis zum Schilfmeer und kam nach Kadesch.
17
Und Israel entsandte Beauftragte zum König Edoms, sprechend: Ich
will doch (nur) durch dein Land hinübergehen! Aber der König
Edoms hörte nicht. Und auch noch zum König Moabs entsandte
er, aber dieser willigte nicht ein. So blieb Israel in Kadesch,
18
und dann ging es in der Wildnis und umkreiste des Land Edom und das
Land Moab und kam vom Aufgang der Sonne her zum Land Moab, und sie
lagerten jenseits des Arnons, und nicht kamen sie in das Gebiet
Moabs, denn der Arnon ist die Grenze Moabs.
19
Und Israel entsandte Beauftragte zu Sichon, dem König des
Amoriters, dem König Hesbons, und Israel ließ zu ihm
sprechen: Wir wollen doch (nur) durch dein Land hinübergehen bis
zu meinem Ort.
20
Aber Sichon glaubte (traute) Israel nicht, dass es innerhalb seiner
Grenze (nur) hinübergeht; und Sichon versammelte all sein
(Kriegs-) Volk, und sie lagerten in Jahza, und er stritt mit
Israel.
21
Da gab Jewe, der Elohim Israels, Sichon und all sein (Kriegs-) Volk
in die Hand Israels; und sie schlugen sie. Und Israel errechtete
(übernahm rechtmäßig als Besitz) das ganze Land des
Amoriters, des Bewohners jenes Landes;
22
und sie errechteten alles innerhalb der Grenze des Amoriters, vom
Arnon bis zum Jabok und von der Wildnis bis zum Jordan.
23
Und nun, Jewe, der Elohim Israels, entrechtete den Amoriter, weg vom
Angesicht seines Volkes Israel, und du, du willst es (wieder)
errechten?
24
(Ist's) nicht (so): Was dir Kemosch, dein Elohim, (zu deinen Gunsten)
entrechtet, dies errechtest du; und alles, was Jewe, unser Elohim,
entrechtet, weg von unserem Angesicht, dies errechten wir?
25
Und nun, bist du gut, ja gut, mehr als Balak, der Sohn Zipors, der
König Moabs? Hat er mit Israel gehadert, ja gehadert oder gegen
sie gestritten, ja gestritten?
26
In (der Zeit) des Wohnens Israels in Hesbon und in ihren
Tochterstädten und in Aror und in ihren Tochterstädten und
in all den Städten, die auf den beiden Seiten des Arnons sind,
300 Jahre; weshalb entzogt ihr (sie) nicht in jener Zeit?
27
Und ich, nicht verfehlte ich dir gegenüber, aber du verursachst
mir Böses, dass du gegen mich streitest.
Jewe, der Richter, wird am heutigen Tag richten zwischen den Söhnen
Israels und den Söhnen Amons.
28
Aber der König der Söhne Amons hörte nicht auf die
Worte Jiphtachs, die er zu ihm entsandt hatte.
...
Israel
hatte Amon einst nicht angegriffen (5. Mose 2:18). Die Amoniter waren
Nachkommen Loths (1. Mose 19:30 - 38). Ihnen ging es jetzt um das
ehemalige Land der Amoriter (Vers 22), das Israel unter Mose im Jahr
1421 v. Chr. erobert hatte (4. Mose 21: 21-31).
Jiphtach
versuchte, den Krieg abzuwenden und verhandelte. Seine Argumente
waren zwar überzeugend, aber der König Amons wollte nicht
vom Kampf gegen Israel ablassen.
Sehr bedeutsam für die
Chronologie der Richterzeit ist die Aussage, dass Israel jetzt schon
300 Jahre in Hesbon wohnte (Vers 26). Hesbon wurde im Jahr 1421 v.
Chr. erobert (4. Mose 21:25 - 31; 5. Mose 3:2). Wir schreiben also
das Jahr 1121 v. Chr.
Jipthachs Gelübde und sein Sieg
29
Da kam der Geist Jewes auf Jiphtach, und er ging hinüber nach
Gilead und nach Manasse, und er ging hinüber nach Mizpe Gilead,
und von Mizpe Gilead ging er hinüber zu den Söhnen
Amons.
30
Und Jipchtach gelobte dem Jewe ein Gelübde und sprach: Wenn Du
die Söhne Amons in meine Hand gibst, ja gibst,
31
so werde das, was herausgeht, ja herausgeht aus der Doppeltür
meines Hauses, mir zu begegnen bei meiner Rückkehr von den
Söhnen Amons im Frieden, ja dieses werde Jewe (zu eigen), und
ich werde es hinaufweihen als Hinaufzuweihendes (Huldigungsgabe;
Brandopfer).
32
Und Jiphtach ging hinüber zu den Söhnen Amons, gegen sie zu
streiten, und Jewe gab sie in seine Hand.
33
Und er schlug sie von Aroer an bis dorthin, wo du gen Minit kommst,
zwanzig Städte, und bis Abel Keramim; ein überaus großer
Schlag war's. So wurden die Söhne Amons gebeugt aufgrund des
Angesichts der Söhne Israels.
...
Der
Geist Gottes, der auf Jiphtach kam, kräftigte ihn für seine
Aufgabe, Israel vor den Amoritern zu retten. Ein Gelübde aber
war nicht sein Auftrag, sondern stand ihm frei. Es war damals nicht
unüblich. Dem Jiphtach war wohl bewusst, was König Salomo
später als Warnung zum Ausdruck bringt: „Besser, dass du
nicht gelobst, als dass du gelobst und nicht erstattest" (Pred.
5:4). Ein Gelübde sollte nicht unbedacht ausgesprochen warden,
sondern wohl erwogen sein (Spr. 20:25).
Jiphtachs Zug durch
Gilead und Manasse diente der Aufnahme von Männern sein Heer
(Vers 29).
Und Jewe gab ihm den Sieg. Ja, Jewe war es, denn
“nicht infolge von Wappnung (eines gewappneten Heeres) und
nicht infolge von Kraft (der Menschen) (geschieht´s), sondern
infolge Meines Geistes, spricht Jewe der Heere" (Sach. 4:6).
Die
Erfüllung des Gelübdes
34
Und Jiphtach kam nach Mizpa zu seinem Haus, und da! Seine Tochter
ging heraus, ihm zu begegnen mit Tamburinen und in wirbelnden
(Tänzen) – und sie war nur die Einzige, außer ihr
war kein Sohn oder eine Tochter –.
35
Und es geschah: Als er sie sah, da zerlappte er seine Gewänder
und sprach: Ach, meine Tochter, du beugst, ja beugst mich, und du, du
bist eine unter meinen Zerrüttern geworden; und ich, ich sperrte
meinen Mund auf zu Jewe, und nicht kann ich's umkehren!
36
Da sprach sie zu ihm: Mein Vater, du sperrtest deinen Mund auf zu
Jewe; tue mir, so wie es aus deinem Mund herausgegangen ist, nachdem
Jewe dir die Rache an deinen Feinden bereitet hat, an den Söhnen
Amons.
37
Und sie sprach zu ihrem Vater: Mir werde diese Sache getan: Lass los
von mir zwei Monate, sodass ich hingehe und hinabsteige über die
Berge und aufgrund meiner Jungfräulichkeit weine, ich und meine
Freundinnen.
38
Und er sprach: Geh! Und er entsandte sie für zwei Monate, und
sie ging, sie und ihre Gefährtinnen, und sie weinte auf den
Bergen aufgrund ihrer Jungfräulichkeit.
39
Und es geschah am Ende von zwei Monaten, da kehrte sie zurück zu
ihrem Vater, und er tat an ihr sein Gelübde, das er gelobt
hatte; sie aber, nicht hatte sie einen Mann erkannt. Und so wurde es
Gesetz in Israel:
40
Von Tagen zu Tagen (Jahr für Jahr zu bestimmten Tagen) gehen die
Töchter Israels (hinaus), um im Wechsel aufzusagen (zu singen)
bezüglich der Tochter Jiphtachs, des Gileaditers, vier Tage im
Jahr.
...
Welch
eine Tragödie für Jiphtach und für seine Tochter! Wenn
irgendwelche Menschen oder Situationen Jiphtach nervlich zerrütten
mögen, so nun auch das Geschick seiner Tochter (Vers 35).
Jiphtach war durch sein unbedachtes Gelübde äußerst
bedrückt.
Gelübdte waren einzulösen (4. Mose
30:3; 5. Mose 23:22; Pred. 5:3). Jiphtach meinte, nicht zurück
zu können.
Götzendienerische Menschenopfer waren in Israel verboten (3. Mose 18:21; 20:2 - 5; 5. Mose 12:31; 18:10). Jewe wollte solche Gräuel nicht. Warum Jiphtach nicht erwog, seine Tochter mit Silber auszulösen (3. Mose 27:1 - 8), wissen wir nicht.
Wenden
wir uns seiner Tochter zu: Wir weinen mit ihr, wir weinen. Zu
sterben, ohne geboren zu haben, war besonders traurig. Wir bestaunen
die Gesetzestreue der Tochter, ihre Unterordnung unter den Vater und
ihren Glauben. Möglicherweise wurde sie von ihrem Wissen um das
Allesbewirken Gottes und dass Er es ist, der da tötet und
lebendig macht (5. Mose 32:39), sowie um ihre Auferweckung getragen.
Wir weinen um dieses edle Mädchen.
Kapitel
12
Jiphtachs Sieg über Ephraim
1
Und herbeigeschrien wurde die Mannschaft Ephraims, und sie ging
hinüber gen Norden; und sie sprachen zu Jiphtach: Weshalb gingst
du hinüber, gegen die Söhne Amons zu streiten, und uns
riefst du nicht, mit dir zu gehen? So werden wir dein Haus über
dir im Feuer verbrennen.
2
Da sprach Jiphtach zu ihnen: Ein Mann des Haders (Streits) wurde ich,
ich und mein Volk, ja gegen die Söhne Amons überaus, und
ich wehschrie zu euch, aber ihr rettetet mich nicht aus ihrer Hand.
3
Und als ich sah, dass du, (Ephraim), kein Retter bist, da legte ich
meine Seele in meine Hand (da riskierte ich mein Leben) und ging
hinüber zu den Söhnen Amons, und Jewe gab sie in meine
Hand. Warum aber stiegt ihr an diesem Tag zu mir herauf, um gegen
mich zu streiten?
4
Und Jiphtach scharte alle Mannen Gileads zusammen und stritt gegen
Ephraim, und die Mannen Gileads schlugen Ephraim, denn diese hatten
gesprochen: Entronnene (Abtrünnige) Ephraims seid ihr, Gilead
(liegt doch) inmitten von Ephraim, inmitten von Manasse.
5
Und Gilead eroberte die Furten des Jordans zu Ephraim hin. Und es
geschah: So denn Entronnene (die Schlacht Überlebende) Ephraims
sprachen: Ich will hinübergehen!, dann sprachen die Mannen
Gileads zu ihm: Bist du ein Ephraimiter? Und sprach er: Nicht (ist´s)
so!,
6 so
sprachen sie zu ihm: Sprich doch „Schibolet" (Halmähre")!
Und sprach er „Sibolet" („Aufbürdung") und
war nicht fähig, ebenso (wie die Gileaditer) zu reden, so
erfassten sie ihn und schächteten ihn an den Furten des Jordans;
so fielen in jener Zeit von Ephraim 42.000.
7
Und Jiphtach richtete Israel sechs Jahre (1121-1116 v. Chr.). Und
Jiphtach, der Gileaditer, starb und wurde begraben in (einer der)
Städte Gileads.
...
Die Landschaft Gilead lag im Ostjordanland zwischen den gebieten Basan im Norden und Mischor im Süden und war von den Stämmen Ruben, Gad und halb Manasse bewohnt (5. Mose 3: 12, 13). Die Gileaditer waren Nachkommen Machirs, der Sohnes Manasses, des Sohnes Josephs (1. Mose 50:23; 5. Mose 3:15). Ephraims Losteil lag westlich des Jordans.
Die
Ephraimiter waren beleidigt, dass Jiphtach sie nicht hinzugezogen
hatte. Leider verstand er es im Gegensatz zu Gideon (Ri. 8:1-3)
nicht, sie zu besänftigen. Der Kriegswille Ephraims kostete
insgesamt 42.000 Mann das Leben. Übrigens verwarf Jewe das Zelt
Josephs und erwählte den Stamm Ephraim wegen seiner Untreue
nicht, "aber Er erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den
Er liebt" (Ps. 78:9 – 11,67, 68)
Damals konnte ein
falsch ausgesprochenes Wort das Leben kosten. Heute ist es unser
Gebet, dass uns "beim Auftun unseres Mundes der rechte Ausdruck
gegeben werde, um das Geheimnis des Evangeliums in Freimut
bekanntzumachen" (Eph. 6:19).
Die Richter Ibzan, Elon und Abdon
8
Und nach ihm richtete Israel Ibzan aus Bethlehem (Stadt im Losteil
Sebulons; Jos. 19:15).
9
Und es wurden ihm dreißig Söhne zuteil; und dreißig
Töchter entsandte er nach draußen (entließ er aus
seinem Haus), und dreißig Töchter von draußen führte
er seinen Söhnen zu. Und er richtete Israel sieben Jahre (1115 -
1108 v. Chr.).
10
Und Ibzan starb und wurde begraben in Bethlehem.
11
Und nach ihm richtete Israel Elon, der Sebuloniter; und er richtete
Israel zehn Jahre (1108 - 1098 v. Chr.).
12
Und Elon, der Sebuloniter, starb und wurde begraben in Ajalon im
Lande Sebulon.
13
Und nach ihm richtete Israel Abdon, der Sohn Hilels, der Piratoniter
(aus der Stadt Piraton im Losteil Ephraims).
14
Und es wurden ihm vierzig Söhne (zuteil) und dreißig Söhne
der Söhne, die auf siebzig Jungeseln ritten; und er richtete
Israel acht Jahre (1098 - 1090 v. Chr.).
15
Und Abdon, der Sohn Hilels, der Piratoniter, starb und wurde begraben
in Piraton im Land Ephraim, im Bergland des Amalekiters.
...
Über diese Richter ist nichts Näheres bekannt. Die Zahl der Söhne und Enkel Abdons, von denen ein jeder einen eigenen Esel hatte, lässt Macht und Reichtum erkennen.
Die Amalekiter waren Nachkommen Esaus (1. Mose 36:12), wohnten in mancherlei Gebieten (4. Mose 13:29) und waren ständige Feinde Israels; Mose (2. Mose 17:8,16), Saul und David hatten Kämpfe mit ihnen auszufechen; sie bedrängten Israel auch in der Richterzeit (Ri. 3:13; 6:3, 33; 7:12).
Kapitel
13
Ankündigung der Geburt Simsons
1
Und die Söhne Israels fuhren fort, das in den Augen Jewes Böse
zu tun; da gab Jewe sie (1139 v. Chr.) in die Hand der Philister,
vierzig Jahre.
2
Und (damals) war ein Mann aus Zora von der Sippe des Daniters, und
sein Name war Manoach; und seine Frau war unfruchtbar, und nicht
gebar sie.
3
Und der Beauftragte (Bote, Engel) erschien der Frau und sprach zu
ihr: Da, sieh doch! Du bist unfruchtbar, und nicht hast du geboren;
aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
4
Und nun hüte dich doch und trinke nicht Wein oder Berauschendes,
und iss nicht irgendetwas Bemakeltes (Unreines).
5
Denn da! Du wirst schwanger und einen Sohn gebären; und ein
Schermesser (komme) nicht hinauf auf sein Haupt, denn ein
Elohim-Geweihter werde der Jüngling vom Mutterbauch an, und er,
er wird beginnen, Israel aus der Hand der Philister zu retten.
6
Und die Frau kam und sprach zu ihrem
Mann, sprechend: Ein Mann des Elohim kam zu mir, und sein Aussehen
war wie das Aussehen eines Beauftragten des Elohim, überaus
gefürchtet; und nicht fragte ich ihn, woher er sei, und seinen
Namen berichtete er mir nicht.
7
Und er sprach zu mir: Da! Du wirst schwanger und einen Sohn gebären.
Und nun, nicht trinke Wein oder Berauschendes, und nicht iss
irgendetwas Bemakeltes, denn ein Elohim-Geweihter werde der Jüngling
vom Mutterbauch an bis zum Tag seines Todes.
8
Da flehte Manoach zu Jewe und sprach: Bitte, mein Herr! Der Mann des
Elohim, den Du entsandtest, komme doch nochmals zu uns und (gebe) uns
das Ziel (an), das wir mit dem Jüngling, dem, der geboren wird,
erreichen sollen.
9
Und der Elohim hörte auf die Stimme Manoachs, und der
Beauftragte der Elohim kam nochmals zu der Frau; und sie befand sich
im Gefild, und Manoach, ihr Mann, war nicht
bei ihr.
10 Da
eilte die Frau und lief und berichtete ihrem Mann und sprach zu ihm:
Da! Mir erschien der Mann, der an jenem Tag zu mir gekommen war.
11
Und Manoach stand auf und ging hinter seiner Frau her und kam zu dem
Mann und sprach zu ihm: Bist du der Mann, der zu meiner Frau geredet
hat? Und er sprach: Ich (bin's).
12
Und Manoach sprach: Nun wird es gemäß deinen Worten
kommen; was soll das Recht (die Erziehungsvorschrift) des Jünglings
und sein Tun sein?
13
Da sprach der Beauftragte Jewes zu Manoach: Vor allem, was ich zu der
Frau gesprochen habe, hüte sie sich:
14
Von allem, was vom Rebstock des Weins ausgeht, esse sie nicht, und
Wein oder Berauschendes trinke sie nicht, und irgendetwas Bemakeltes
esse sie nicht; alles, was ich ihr gebot, hüte sie.
...
In
die vierzig Jahre der Bedrängung durch die Philister (Vers 1)
von 1139 bis 1099 v. Chr. fällt die zwanzigjährige
Richterzeit Simsons (Ri. 15:20; 16:31).
Eine unfruchtbare Frau
war der geeignete Hintergrund, um deutlich zu machen, dass Jewe etwas
Besonderes vorhat, sowohl mit ihr als auch mit ihrem Sohn. Dieser
sollte ein Elohim-Geweihter, hebräisch: Nasir, werden. Ein
Nasiräer heiligte sich für eine bestimmte Zeit, indem er
mancherlei Verzicht übte (4. Mose 6:1 - 21). Ihr Sohn sollte ein
Geweihter auf Lebenszeit sein.
Das gläubige Ehepaar bat um ein zweites Erscheinen des Boten und um Anweisungen für die Erziehung des Sohnes (Verse 8 + 12). Der Beauftragte Jewes wiederholte die Einschränkungen für die Mutter, die aber nicht nur sie betrafen, sondern ihren Sohn einschlossen (Verse 13 + 14).
Manoach
bringt Jewe eine Gabe dar
15
Und Manoach sprach zu dem Beauftragten Jewes: Wir wollen dich doch
zurückhalten und dir angesichts ein Ziegenböckchen
zurechtmachen.
16
Aber der Beauftragte Jewes sprach zu Manoach: Wenn du mich auch
zurückhältst, so esse ich doch nicht von deinem Brot;
aberwenn du ein Hinaufzuweihendes (Huldigungsopfer, Brandopfer)
bereitmachst, so weihe es dem Jewe hinauf! Denn nicht erkannte
Manoach, dass jener der Beauftragte Jewes war.
17
Da sprach Manoach zu dem Beauftragten Jewes: Was ist dein Name, dass,
wenn es gemäß deinen Worten kommt, wir dich dann
verherrlichen?
18
Und der Beauftragte Jewes sprach zu ihm: Warum dies, das du nach
meinem Namen fragst, da er doch wunderbar ist!
19
Und Manoach nahm das Ziegenböckchen und die Gabe (das
Speiseopfer) und weihte sie auf dem Felsen dem Jewe hinauf, und
(Jewe) handelte wunderbar, (um ein Zeichen) zu tun. Und Manoach und
seine Frau sahen es.
20
Es geschah nämlich beim Hinaufsteigen der Lohe vom Altar gen die
Himmel, da stieg der Beauftragte Jewes in der Lohe des Altars hinauf.
Und Manoach und seine Frau sahen es und fielen erdwärts auf ihr
Angesicht.
21
Und nicht fuhr der Beauftragte Jewes fort, dem Manoach und seiner
Frau zu erscheinen; daraufhin erkannte Manoach, dass (jener) der
Beauftragte Jewes war.
22
Und Manoach sprach zu seiner Frau: Wir (müssen) sterben, ja
sterben, denn den Elohim sahen wir.
23
Aber seine Frau sprach zu ihm: Wenn doch Jewe Gefallen gehabt hätte,
uns zu töten, nicht hätte Er Hinaufzuweihendes und Gabe aus
unserer Hand genommen und uns nicht all dieses sehen lassen, und
nicht hätte Er gleichzeitig uns etwas wie dieses hören
lassen.
24
Und die Frau gebar einen Sohn und rief seinen Namen Simson
(„Sonnenhafter"). Und der Jüngling wurde groß,
und Jewe segnete ihn.
25 Und
der Geist Jewes begann, ihn zu durchpulsen in Machene-Dan zwischen
Zora und Eschtaol.
...
In Dankbarkeit wollte Manoach dem Fremden ein Ziegenböckchen bereiten. Der aber wies alle Ehre von sich und verwies auf Jewe, dem alle Huldigung gebührt (Vers 16). Und den Namen des Mannes wollte er wissen, den er noch nicht erkannt hatte. Doch dessen Name war zu wunderbar, als dass ein Mensch ihn hätte fassen können (Vers 18).
Jewe
nahm das Brandopfer und das Speiseopfer an und verknüpfte dies
mit einem wunderbaren Zeichen, dass nämlich der Bote in der Lohe
des Altars gen die Himmel fuhr (Verse 19 + 20). Da betete das Ehepaar
an; eindeutig erkannten sie, dass der Mann der Beauftragte Jewes
war.
Manoach befürchtete, dass sie jetzt sterben müssten;
seine Frau aber schloss aus all dem Geschehen und besonders der
Verheißung eines Sohnes auf das Wohlwollen Jewes (Vers 23).
Und es geschah also, und der Geist Jewes rüstete Simson zu
(Verse 24 + 25)
Simson wirbt um eine Philisterin
1
Und Simson (stieg) hinab nach Timna und sah in Timna eine Frau von
den Töchtern der Philister.
2
Und er (stieg) hinauf und berichtete seinem Vater und seiner Mutter
und sprach: Eine Frau sah ich in Timna von den Töchtern der
Philister, und nun, nehmt sie mir zur Frau!
3
Da sprach sein Vater zu ihm und (auch) seine Mutter: Ist keine Frau
inmitten der Töchter deiner Brüder und inmitten all meines
Volks, dass du wandelst, eine Frau von den Philistern zunehmen, den
Unbeschnittenen? Simson aber sprach zu seinem Vater: Nimm sie mir,
denn sie ist in meinen Augen gerade (aufrichtig und gradlinig).
4
Aber sein Vater und seine Mutter erkannten nicht, dass es von Jewe
war, denn Er suchte eine Gelegenheit an den Philistern, da die
Philister in jener Zeit in Israel herrschten.
...
Dass Simson eine Philisterin heiraten wollte, war gegen das Gesetz des Mose (2. Mose 34:16; 5. Mose 7:3). Dies bereitete seinen Eltern Schmerzen; sie konnten ihn aber nicht umstimmen.
Dies alles kam von Jewe, dem Allesbewirkenden. Er gebraucht auch den sündigenden Sturkopf. Seine Eltern wussten nicht, was sein musste. Auch wir heute wissen nicht, was sein muss, wir wissen aber, dass Gott denen, die Ihn lieben, alles zum Guten zusammenwirkt (Röm. 8:26, 28).
Simson und der Löwe
5
Und Simson (stieg) hinab und (mit ihm) sein Vater und seine Mutter
nach Timna, und sie kamen bis zu den Weinbergen Timnas, und da! Ein
Junglöwe der Löwinnen, brüllend, ihm zu begegnen.
6
Und der Geist Jewes gab ihm Gelingen; und er schlitzte ihn auf, wie
man ein Böckchen aufschlitzt, und nicht war etwas in seiner
Hand. Aber seinem Vater und seiner Mutter berichtete er nicht, was er
getan hatte.
7
Und er (stieg) hinab und redete zu der Frau, und sie war in den Augen
Simsons gerade.
8
Und nach Tagen kehrte er zurück, sie zu nehmen, und bog ab, den
Kadaver des Löwen zu sehen, und da! Eine Ansammlung von Bienen
war im Leib des Löwen und Honig.
9
Und er nahm ihn heraus in seine Hände und ging, wandelnd und
essend; und er ging zu seinem Vater und zu seiner Mutter und gab
ihnen, und sie aßen; aber er berichtete ihnen nicht, dass er
den Honig aus dem Leib des Löwen herausgenommen hatte.
...
Die
gottgegebenen übernatürlichen Kräfte Simsons traten
zutage.
Das Rätsel
10
Und sein Vater (stieg) hinab zu der Frau, und Simson machte dort ein
Trinkmahl, denn also machen es die Erwählten (Jungmannen).
11
Und es geschah: Als sie (die Philister) ihn (den Simson) sahen, da
nahmen sie dreißig Genossen (aus den Philistern), und diese
waren mit ihm zusammen.
12
Und Simson sprach zu ihnen: Ich will euch doch an Rätsel, ja
Rätsel (stellen); und wenn ihr es mir berichtet, ja berichtet in
den sieben Tagen des Trinkmahls und ihr (die Lösung) findet, so
gebe ich euch dreißig Hemden und dreißig
Wechselgewänder;
13
wenn ihr es mir aber nicht berichten (erklären) könnt, so
gebt ihr, ja ihr, mir dreißig Hemden und dreißig
Wechselgewänder. Und sie sprachen zu
ihm: (Stelle) dein Rätsel, ja Rätsel, und wir werden es
hören.
14
Und er sprach zu ihnen: „Aus dem Fressenden ging Speise heraus,
und aus dem Starken ging Süßes heraus”. Aber sie
konnten das Rätsel nicht erklären, drei Tage lang.
15
Und es geschah am siebenten Tag (dem Sabbat (?)), da sprachen sie zur
Frau Simsons: Mache deinen Mann zugänglich, sodass er uns das
Rätsel berichtet, dass wir dich nicht verbrennen und das Haus
deines Vaters im Feuer. (Ist's, dass) ihr (zwei) uns gerufen habt, um
unseren Besitz rechtmäßig zu übernehmen, (ja ist?)
nicht (so)?
16 Und
die Frau Simsons weinte vor ihm und sprach: Du hasst mich ja nur und
liebst mich nicht, denn du (stelltest) Rätsel, ja Rätsel
den Söhnen meines Volks, aber mir berichtetest du es nicht. Und
er sprach zu ihr: Da! Meinem Vater und meiner Mutter berichtete ich
es nicht, und dir sollte ich es berichten?
17
Und sie weinte vor ihm die sieben Tage, an denen sie das Trinkmahl
hielten. Und es geschah am siebenten Tag, da berichtete er es ihr,
denn sie bedrängte ihn; und sie berichtete das Rätsel den
Söhnen ihres Volks.
18
Da sprachen die Mannen der Stadt am siebenten Tag zu ihm, noch ehe
die hartbrennende Sonne unterging:”Was ist süßer als
Honig, und was ist stärker als ein Löwe? Und er sprach zu
ihnen: Wenn ihr nicht mit meiner Kalbin gepflügt hättet,
hättet ihr mein Rätsel nicht herausgefunden.
19
Und der Geist Jewes gab ihm Gelingen, und er (stieg) hinab nach
Askalon und erschlug dreißig Mann von ihnen und nahm ihre
Kleidung und gab die Wechselgewänder denen, die das Rätsel
erklärt hatten. Und sein Zorn entbrannte, und er (stieg) hinauf
zum Haus seines Vaters.
20
Und die Frau Simsons wurde seinem Genossen (zu eigen), den er sich
zugesellt hatte.
...
Es durfte sich nicht um eine normale Ehe gehandelt haben, bei der die Frau zu Simson gezogen wäre, sondern um eine „Zadiqa-Ehe" (schwerpunktmäßig rechtliche Ehe), bei der sie weiterhin bei ihrer Familie wohnte und von ihrem Mann nur dann und wann besucht wurde (vgl. Ri. 15:1).
An der siebentägigen Hochzeitsfeier nahmen dreißig dem Simson von den Philistern beigegebene Genossen, sagen wir: „Gefährten des Bräutigams", teil (Vers 11).
Das Rätsel war kaum lösbar, und was dann geschah, ist verständlich. Und welcher Mann lässt sich nicht von den Tränen seiner Frau erweichen (Verse 16 + 17)?
Ohne in der Nacht des siebenten Hochzeitstages die Ehe mit seiner Frau nun auch zu vollziehen (Vers 18), ging Simson nach Askalon und erschlug dreißig Philister (Vers 19), um sein Versprechen, ihnen Hemden und Gewänder zu geben (Vers 12), zu erfüllen.
Um die Schande einer geplatzten Hochzeit abzuwenden, gab der Vater der Frau sie einem der Gefährten Simsons (Vers 20).
Kapitel
15
Simsons Rache mit 300 Füchsen
1
Und es geschah nach Tagen, in den Tagen der Weizenernte, da suchte
Simson seine Frau mit einem Ziegenböckchen auf und sprach: Ich
will zu meiner Frau in die Kammer kommen. Aber ihr Vater gab ihm
nicht, hineinzukommen.
2
Und ihr Vater sprach: Ich sprach, ja sprach, dass du sie hasst, ja
hasst, und so gab ich sie deinem Gefährten; ist nicht ihre
kleine (jüngere) Schwester besser als sie? Sie werde dir doch an
ihrer statt (zu eigen)!
3
Da sprach Simson zu ihnen: Diesmal bin ich schuldlos vor den
Philistern, so denn ich Böses an ihnen tue.
4
Und Simson ging und fing 300 Füchse; und er nahm Fackeln und
wandte Schwanz zu Schwanz und legte je eine Fackel zwischen je zwei
der Schwänze in die Mitte.
5
Und er zündete ein Feuer mittels der Fackeln an und entsandte
die Füchse in die aufrechtstehenden (Getreidefelder) der
Philister, sodass (alles) aufgezehrt wurde vom Garbenhaufen bis zum
aufrechtstehenden (Getreide) und bis zum Weinberg und zum Ölbaum.
6
Und die Philister sprachen: Wer tat dies? Und man sprach: Simson, der
Hochzeiter (Schwiegersohn) des Timniters, denn dieser nahm seine Frau
und gab sie seinem Gefährten. Da (stiegen) die Philister hinauf
und verbrannten sie und ihren Vater im
Feuer.
...
Die dreißig erschlagenen Philister stellten wohl kein Risiko mehr dar, als Simson seine Frau nach einiger Zeit besuchen wollte. Das Ziegenböckchen war ein schönes Geschenk für sie und ein gemeinsames Abendessen, wie man es zu Besuchen mitbringen konnte.
Der
Vater der Frau hatte voreilig und unbedacht gehandelt. Er hätte
sie keinem anderen Mann geben dürfen, denn sie war Simsons
gesetzmäßige Frau (Vers 2). Seine Reaktion darauf
beurteilte Simson nicht als ein Vergehen, sondern als gerechte
Vergeltung (Vers 3).
Das Feuer bereitete sich im trockenen Mai
oder Juni schnell aus und fügte den Ernten großen Schaden
zu (Vers 5). Die Rache der Philister traf den Vater und seine Tochter
nach den rauen Sitten jener Zeit (Vers 6).
Simsons erneute Rache und Gefangennahme
7
Und Simson sprach zu ihnen: Wenn ihr solcherweise tut, so denn:
(Erst) wenn ich mich an euch gerächt habe, so lasse ich danach
ab.
8 Und
er schlug sie, Schenkel über Hüfte (umwerfend, Schenkel und
Hüfte verwirbelnd), (es war ein) großer Schlag. Und er
(stieg) hinab und hielt sich in der Schlucht des Steilfelsens Etam
auf.
9 Und
die Philister (stiegen) hinauf und lagerten in Juda und breiteten sch
in Lechi aus.
10
Und die Mannschaft Judas, sie sprachen: Warum (stiegt) ihr hinauf
wider uns? Und sie sprachen: Um Simson zu binden, (stiegen) wir
hinauf, ihm zu tun, so wie er uns getan hat.
11
Da (stiegen) 3.000 Mann von Juda hinab zur Schlucht des Steilfelsens
Etam und sprachen zu Simson: Erkennst du nicht, dass die Philister
über uns herrschen? Und was ist dies, das du uns angetan hast?
Und er sprach zu ihnen: So wie sie mir taten, so tat ich ihnen.
12
Da sprachen sie zu ihm: Dich zu binden
(stiegen) wir herab, dich in die Hand der Philister zu geben. Und
Simson sprach zu ihnen: Schwört mir, dass ihr, ja ihr mir nicht
(mit Tötungsabsicht) entgegenkommt!
13
Und sie sprachen zu ihm, sprechend: Nicht
so, sondern wir binden, ja binden dich und
geben dich in ihre Hand, aber wir töten, ja töten dich
nicht. Und so banden sie ihn mit zwei neuen dicken Seilen und ließen
ihn von dem Steilfelsen heraufsteigen.
...
Weil die Philister solcherweise getan hatten (Vers 7), nämlich seine Frau und seinen Schwiegervater zu verbrennen (Vers 6), deshalb wollte Simson sich ein letztes Mal rächen. Er brachte ihnen eine gewaltige Niederlage bei (Vers 8). Die Philister erkannten nun ihren eigentlichen Feind und kamen nach Juda hinauf, das sich mit ihrer Herrschaft arrangiert hatte (Vers 11). Nun bekam Juda es aber mit der Angst zu tun und suchte eine Lösung. Nun denn, so ließ Simson sich fesseln.
Simsons Sieg in Lechi
14
Er kam bis Lechi („Backige"); da jauchzten die Philister,
ihm zu begegnen. Und der Geist Jewes gab ihm Gelingen, und die dicken
Seile auf seinen Armen wurden wie (Fäden des) Flachses, die sich
im Feuer aufzehrten, und seine Bande zerflossen von seinen Händen
weg.
15 Und
er fand eine kurz zuvor (abgetrennte) Eselsbacke und entsandte
(streckte aus) seine Hand und nahm sie und erschlug mit ihr 1.000
Mann.
16
Und Simson sprach: Mit der Backe des Esels (erschlug ich den) Esel
("Philister"), (ein) Eselpaar („Philisterpaar"),
mit der Backe des Esels erschlug ich 1.000 Mann.
17
Und es geschah: Als er vervollständigt
(beendet) hatte zu reden, da warf er die Backe aus seiner Hand und
rief (nannte) jenen Ort Ramat Lechi („Höhe der
Backigen").
18
Und er dürstete sehr und rief zu Jewe und sprach: Du, Du gabst
durch die Hand Deines Dieners diese große Rettung, und nun soll
ich an Durst sterben und in die Hand der Unbeschnittenen fallen.
19
Da erspaltete Elohim die Vertiefung, die in der "Backenhöhe"
war, und Wasser gingen aus ihr heraus, und er trank; und sein Geist
kehrte zurück, und er lebte auf; darum rief er ihren (der
"Backenhöhe") Namen Ejn Haqore („Gequell des
Rufers"), die in Lechi ist; (so ist's) bis zu diesem Tag.
20
Und er richtete Israel in den Tagen der Philister zwanzig Jahre.
...
Mögen die vielen Konflikte und Kämpfe uns nicht den Blick dafür verstellen, dass Simson zwanzig Jahre lang seine Aufgabe als Richter erfüllte und regierte und richtete. Seine Aufgabe war aber eben auch gerade die, die Philister kleinzuhalten.
Kapitel
16
Simson entfernt das Tor von Gaza
1
Und Simson ging nach Gaza, und er sah dort eine Frau, eine Hure, und
ging zu ihr ein.
2 (Dies
wurde) den Gazitern (berichtet), sprechend: Simson kam hierher! Da
umkreisten sie ihn und lauerten ihm die ganze Nacht am Tor der Stadt
auf. Und sie schwiegen (verhielten sich still) die ganze Nacht,
sprechend: Bis zum Licht des Morgens, und dann bringen wir ihn um!
3
Und Simson lag bis zur Hälfte der
Nacht; und in der Hälfte der Nacht stand er auf und erfasste die
Türen des Tores der Stadt und die beiden Pfosten und zog sie
mitsamt dem Riegel weg und legte sie auf seine Flanken (Schultern)
und (brachte) sie hinauf zum Haupt des Berges, der gegenüber dem
Angesicht Hebrons war.
...
Simson kam nach Gaza und sündigte. Aber dies schmälerte nicht seine den Kräften des zukünftigen Äons entsprechende ungeheure Kraft, die an seine ungeschorenen Haare geknüpft war (Vers 17). Die Gaziter müssen überrumpelt worden sein, weil sie damit rechneten, dass Simson die Stadt erst am Morgen verlassen würde.
Simson und Delila
4
Und danach geschah es, da liebte er eine Frau, die im Wirbelbachtal
Sorek (wohnte), und ihr Name war Delila.
...
Delila („Verarmende") war sehr wahrscheinlich eine Philisterin, obwohl sie einen hebräischen Namen hatte. Der Bach Sorek kommt aus dem Gebiet um Timna und mündet 13 km südlich von Joppe (Jaffa) ins Mittelmeer.
5
Und die Fürsten (der zentralen
Städte) der Philister (stiegen) zu ihr hinauf und sprachen zu
ihr: (Mache) ihn zugänglich und sieh, worin seine große
Kaft (liegt) und womit wir ihn überwältigen (können),
sodass wir ihn binden, um ihn zu demütigen (beugen); und wir,
wir geben dir ein jeder 1.100 Schekel Silber.
6
Da sprach Delila zu Simson: Berichte mir
doch, worin deine große Kraft (liegt), und mit was du gebunden
werden kannst, um dich zu demütigen.
7
Und Simson sprach zu ihr: Wenn man mich
mit sieben saftigen Spannseilen bindet, die nicht stark ausgetrocknet
sind, so werde ich schwach und werde wie einer der Menschen.
8
Da (brachten) die Fürsten der
Philister sieben saftige Spannseile zu ihr hinauf, die nicht stark
ausgetrocknet waren, und sie band ihn mit ihnen.
9
Und die Lauernden saßen ihr
(zugewandt) in der Kammer. Und sie sprach zu ihm: Philister sind über
dir, Simson! Da riss er die Spannseile auseinander, so wie ein
Wergfaden auseinander gerissen wird, wenn er Feuer riecht. Und seine
Kraft wurde nicht erkannt.
10
Und Delila sprach zu Simson: Da! Du scherztest mit mir und redetest
Lügen zu mir. Nun berichte mir doch, mit was du gebunden werden
kannst.
11
Und er sprach zu ihr: Wenn man mich bindet, ja bindet mit neuen
dicken Seilen, mit denen (noch) kein Auftrag getätigt wurde, so
werde ich schwach und werde wie einer der Menschen.
12
Da nahm Delila neue dicke Seile und band
ihn mit ihnen und sprach zu ihm: Philister sind über dir,
Simson! Und die Lauernden saßen in der Kammer. Da riss er die
dicken Seile auseinander, weg von seinen Armen, wie einen Faden.
13
Und Delila sprach zu Simson: Bis hierher
scherztest du mit mir und redetest Lügen zu mir; berichte mir,
mit was du gebunden werden kannst. Und er sprach zu ihr: Wenn du die
sieben Zöpfe meines Hauptes, mit der Überdeckung
zusammenwebst.
14
Und sie tat's und stieß (sie; die Zöpfe) mit dem Pflock
(einem Weberschiffchen) (in den Boden) und sprach zu ihm: Philister
sind über dir, Simson! Da wachte er aus seinem Schlaf auf und
zog den Pflock, ja das Weberschiffchen, weg und die Überdeckung.
15
Und sie sprach zu ihm: Wie sprichst du:
Ich liebe dich!, und doch ist dein Herz nicht mit mir. Dies ist nun
dreimal, dass du mit mir scherztest und du mir nicht berichtetest,
worin deine große Kraft (liegt).
16
Und es geschah, dass sie ihn mit ihren Worten all die Tage bedrängte
und ihn verspottete; da zog sich seine Seele (die Spannkraft
verkürzend) zusammen, wie zum Sterben war´s.
17
Und er berichtete ihr all sein Herz und
sprach zu ihr: Ein Schermesser (kam) nicht hinauf auf mein Haupt,
denn ein Elohim-Geweihter bin ich vom Bauch meiner Mutter an; wenn
ich rasiert werde, so kehrt sich meine Kraft von mir ab und ich werde
schwach und werde wie jeder Mensch.
18
Und als Delila sah, dass er ihr all sein
Herz berichtet hatte, da sandte sie hin und rief die Fürsten der
Philister, sprechend: (Steigt) diesmal herauf, denn er berichtete mir
all sein Herz. Da stiegen die Fürsten der Philister zu ihr
hinauf und (brachten) das Silber in ihrer Hand hinauf.
19
Und sie ließ ihn auf ihren Knien
einschlafen und rief einen Mann und (ließ) die sieben Zöpfe
seines Hauptes abrasieren; da begann sie, ihn zu demütigen, und
seine Kraft kehrte sich von ihm ab.
20
Und sie sprach: Philister sind über
dir, Simson! Und er erwachte aus seinem Schlaf und sprach: Ich gehe
heraus wie von Mal zu Mal, und ich werde es abschütteln. Aber er
erkannte nicht, dass Jewe sich von ihm abgekehrt hatte.
21
Und die Philister fassten ihn und höhlten seine Augen aus und
(brachten) ihn hinab nach Gaza und banden ihn mit einem kupfernen
Fesselpaar. Und er musste (Getreide) mahlen im Haus der
Gefangenen.
22
Aber die Behaarung seines Hauptes begann wieder zu sprossen, nachdem
sie rasiert worden war.
...
Die unmoralischen Begegnungen Simsons mit Frauen befremden uns. Aber deswegen hatte Jewe Sich nicht von ihm abgewandt, sondern wegen seiner abrasierten Vollmacht gegenüher den Philistern auf seinem Haupt.
Simsons Rache und Tod
23
Und die Fürsten der Philister versammelten sich, ein großes
Opfer dem Dagon („Fischiger", mit Fischleib dargestellter
Götze), ihrem Elohim zu opfern; und zum Freudenfest (war´s).
Und sie sprachen: Unser Elohim gab Simson, unseren Feind, in unsere
Hand.
24
Und das Volk sah ihn, und sie lobten ihren Elohim, denn sie sprachen:
Unser Elohim gab unseren Feind in unsere Hand, den Verwüster
unseres Landes, ja den, der unsere Durchbohrten mehrte.
25
Und es geschah: So denn es ihrem Herzen gut ging (wohl war), da
sprachen sie: Ruft den Simson, und er erheitere sich (mache Späße)
(singend) vor uns! Und sie riefen Simson aus dem Haus der Gebundenen,
und er lachte (scherzte) (singend) vor ihrem Angesicht,
und sie
stellten ihn zwischen die Säulen.
26
Und Simson sprach zu dem Jüngling, der seine Hand hielt: Belasse
mich (hier) und lass mich die Säulen betasten, auf denen das
Haus bereitet ist, sodass ich mich an sie lehne.
27
Das Haus aber war angefüllt mit den Mannen und den Frauen, auch
waren alle Fürsten (der zentralen Städte) der Philister
dort, und auf dem Dach waren etwa 3.000, Mann und Frau, dem Erheitern
Simsons zusehend.
28
Da rief Simson zu Jewe und sprach: Jewe, mein Herr, gedenke doch
meiner und gibt mir doch Halt (Kraft), doch (noch) dieses Mal, Du,
der Elohim! Und ich will gerächt werden, Rache (nehmend) an den
Philistern für eines meiner beiden Augen.
29
Und Simson unklammerte die beiden Mittelsäulen, auf denen das
Haus bereitet war, und stützte sich an sie, an eine mit seiner
Rechten und an eine mit seiner Linken.
30
Und Simson sprach: Meine Seele sterbe mit den Philistern! Und er
streckte sich mit Kraft; da fiel das Haus auf die Fürsten und
auf all das Volk, das in ihm war, und es waren der Toten, die er in
seinem Tode tötete, viele, mehr als derer, die er in seiner
Lebenszeit getötet hatte.
31
Und seine Brüder und all das Haus seines Vaters (stiegen) hinab
und hoben ihn auf und (stiegen) hinauf und
begruben ihn zwischen Zora und Eschtaol im Grab Manoachs, seines
Vaters. Und er, er hatte Israel zwanzig Jahre gerichtet.
...
Jewe
demütigte und beugte die Philister, wie es denn auch sein muss,
denn wer Israel antastet, tastet seinen Augapfel an (Sach. 12:2).
Vom Glauben Simsons lesen wir in Hebräer 11:32 - 34: er wirkte
„durch Glauben" und „wurde in Schwachheit
gekräftigt". Wenn Simson auch kein moralisches Vorbild ist,
so eben doch durch seinen Glauben und dadurch, dass er seine Kraft
bis zur letzten Gelegenheit für sein Volk einsetzte, mit dem
Gott Großes zum Segen aller Nationen vorhat. Wir heute bieten
dementsprechend all unsere Kraft im Dienst unseres Herrn Jesus
Christus auf.
Kapitel 17
Michas Götzendienst
1
Und es war ein Mann im Bergland Ephrahims, und sein Name war
Michajehu („Wer ist wie Jewe?”; auch Micha („Wer
ist so?”) genannt).
2
Und er sprach zu seiner Mutter: Die 1.100 Schekel Silber, die dir
genommen wurden und deretwegen du, ja du einen Eidfluch (aussprachst)
und auch noch vor meinen Ohren sprachst, da! Das Silber ist bei mir;
ich, ich nahm es. Und seine Mutter sprach: Gesegnet bist du, mein
Sohn, dem Jewe (von Jewe).
3 Und er brachte die 1.100 Schekel
Silber seiner Mutter zurück. Und seine Mutter sprach: Ich
heilige, ja heilige das Silber dem Jewe, aus meiner Hand es meinem
Sohn gebend, dass man eine Skulptur (Götzenskulptur) und ein
Gussbild (gegossene Götzengestalt) mache. Und nun bringe ich es
dir zurück.
4
Aber er brachte das Silber seiner Mutter (wieder) zurück. Und
seine Mutter nahm 200 (Schekel) Silber und gab es dem Schmelzer, und
er machte es zu einer Skulptur und einem
Gussbild; und es wurde im Hause Michajehus (befunden).
5
Und der Mann Micha, ihm war ein Haus (Tempel) Elohims (zu eigen); und
er machte ein Ephod (Oberkörperumbund, insbesondere der das
Brustschild des Hohepriesters tragende) und Heilgötzen und
füllte einem von seinen Söhnen die Hand (weihte einen), und
dieser wurde ihm zum Priester.
6
In jenen Tagen war kein Regent in Israel, jedermann tat das in seinen
Augen Gerade (frei formuliert: was ihm passte).
7
Und da war ein Jüngling aus Bethlehem Juda, aus der Sippe Judas,
und er war ein Levit, und er, er war dort zu Gast.
8
Und der Mann ging aus der Stadt, aus Bethlehem Juda, um zu Gast zu
sein, wo er etwas fände, und kam zum Bergland Ephraims bis zum
Haus Michas, um von dort aus seinen Weg zu gehen.
9
Und Micha sprach zu ihm: Woher kommst du? Und er sprach zu ihm: Ein
Levit bin ich aus Bethlehem Juda, und ich wandle, um zu Gast zu sein,
wo ich etwas finde.
10
Da sprach Micha zu ihm: Wohne bei mir und werde mir zum Vater und zum
Priester, und ich, ich gebe dir zehn (Schekel) Silber für die
Tage (fürs Jahr) und eine Ausstattung an Gewändern und
deinen Lebensunterhalt. Da ging der Levit (zu ihm hinein).
11
Und der Levit war geneigt, bei dem Mann zu wohnen, und der Jüngling
wurde ihm wie einer von seinen Söhnen.
12
Und Micha füllte die Hand des Leviten (weihte ihn), und der
Jüngling wurde ihm zum Priester und wurde im Haus Michas
(befunden).
13
Und Micha sprach: Nun erkenne ich, dass Jewe mir wohltun wird, denn
der Levit ist mir zum Priester geworden.
...
Was
waren das für götzendienerische und gotteslästerliche
Zeiten, als kein Regent, also kein Führer, kein König, kein
Richter in Israel war (Vers 6)! Und dies vermutlich nur wenige Jahre
nach der Verteilung des Landes unter die Stämme im Jahr 1414 v.
Chr. und dem Tod Josuas und Eleasars (Jos. 24:29, 33; vgl. Ri. 20:28)
sowie vor dem Richter Otniel, der sein Amt im Jahr 1387 v. Chr.
antrat (Ri. 3:9 - 11).
Micha war ein Dieb (Vers 2). Seine Mutter
wandelte ihren Fluch über den Dieb in einen Segensspruch um,
vielleicht weil er Reue zeigte oder auch nur, weil er eben ihr Sohn
war.
Das
Haus Michas war durch und durch götzendienerisch (Vers 4).
Israel durfte keine anderen Elohim und keine Götzenfiguren haben
(2. Mose 20:3,4; 5. Mose 5:7,8). Micha hatte einen Privat-Tempel
(Vers 5), was eine Missachtung des Zeltes des Zeugnisses darstellte.
Und das Ephod wurde wahrscheinlich angebetet, wie es auch Gideon tat
(Ri. 8:27). Und Priester durfte nicht sein Sohn, ein Ephraimiter,
sein, sondern nur jemand aus dem Stamm Levi (5. Mose 18:1).
Als
dem Micha ein Levit begegnete, machte er den Jüngling zu seinem
Priester, obwohl man erst von dreißig Jahren an Priester werden
durfte (4. Mose 4:3). Dieser levitische Jüngling war übrigens
ein Sohn Gerschons und ein Enkel Moses und hieß Jonathan (Ri
18:30).
Trotz all seiner götzendienerischen Gegenstände
und Taten meinte Micha, beste Vorkehrungen für des Wohlwollen
Jewes getroffen zu haben (Vers 13).
Kapitel
18
Die Kundschafter Dans
1
In jenen Tagen war kein Regent in Israel, und in jenen Tagen suchte
sich der Stamm der Daniter ein Losteil, um (dort) zu wohnen, denn
nicht war ihm bis zu jenem Tag inmitten der Stämme Israels ein
Losteil zugefallen.
2
Und die Söhne Dans entsandten aus ihrer Sippe fünf Mannen
aus ihrem Äußersten (vmtl. Abschaum), Mannen, gewappnete
Söhne, aus Zora und Eschtaol, um das Land auszuspionieren und es
zu untersuchen. Und sie sprachen zu ihnen: Untersucht das Land! Und
sie kamen zum Bergland Ephraims bis zum Haus Michas und nächtigten
dort.
3 Sie
waren beim Haus Michas, und sie, sie erkannten die Stimme (den
Akzent) des Jünglings, des Leviten, und sie bogen dorthin ab und
sprachen zu ihm: Wer brachte dich hierher, und was tust du in diesem
Haus, und was ist dir hier (aufgetragen)?
4
Und er sprach zu ihnen: Gemäß diesem, ja gemäß
diesem, tat mir Micha; und er dingte mich, und ich wurde ihm zum
Priester.
5
Da sprachen sie zu ihm: Befrage doch Elohim, und wir wollen erkennen,
ob unser Weg Gelingen hat, auf dem wir wandeln.
6
Und der Priester sprach zu ihnen: Geht in Frieden! Vor Jewe ist euer
Weg, auf den ihr geht.
7
Und die fünf Mannen gingen und kamen zur (Stadt) Lajisch und
sahen das Volk, das in ihrem Innern war, das in Sicherheit wohnte
gemäß der Rechtsetzung der Sidonier, ruhig und sicher, und
kein mit Worten Beschändender (kein etwas Rügender) war im
Land, und (keiner, der etwas als) Besitz übernehmen oder Einhalt
(gebieten wollte), und sie waren fern von den Sidoniern, und sie
hatten keine Sache (Konflikte) mit Menschen.
8
Und sie kamen (wieder) zu ihren Brüdern nach Zora und Eschtaol,
und ihre Brüder sprachen zu ihnen: Was (bringt) ihr?
9
Und sie sprachen: Steht auf, und wir (steigen) hinauf wider sie, denn
wir sahen das Land, und da: Es ist überaus gut! Und ihr haltet
(noch) still? Seid nicht träge zu gehen, um hinzukommen, das
Land als rechtmäßigen Besitz zu übernehmen.
10
Sowie ihr hinkommt, kommt ihr zu einem in Sicherheit (wohnenden)
(sorglosen) Volk, und das Land ist zu beiden Seiten weiträumig.
(Kommt), denn Elohim gab es in eure Hand; (es ist ein) Ort, wo kein
Mangel an irgendeiner Sache ist, die auf der Erde ist.
...
Das Dan zugeloste Gebiet zwischen Ephraim, Benjamin, Juda und im westlichen Teil in der Philisterebene (Jos. 19:40-48) konnte nicht eingenommen werden oder ging wieder verloren (Jos. 19:47); die Amoriter hatten die Daniter in das Bergland verdrängt (Ri. 1:34). Wegen ihrer beengten Verhältnisse suchten sie ein neues Siedlungsgebiet.
Wir
fragen uns, wie der Jüngling den Kundschaftern den Bescheid
geben konnte, dass Jewe mit ihnen sei (Vers 6). Denn schließlich
mündete alles in eine große Götzenanbetungsstätte
in der Stadt Dan ein (Ri. 18:29 - 31). Deshalb wird der Stamm Dan in
der Endzeit nicht versiegelt werden (Off. 7:4 - 8).
Die
Kundschafter kamen bis Lajisch (Leschem; Jos. 19:47). Diese Stadt
liegt nördlich des Hulesees am Fuße des Hermon und bekam
den Namen Dan (Vers 18).
Der Raub der Götzen Michas
11 Und es zogen von dort weg aus der Sippe der Daniter, aus Zora und Eschtaol, 600 Mann, umschürzt mit Geräten (Waffen) des Streits (Kampfes).
12
Und sie (stiegen) hinauf und lagerten in Kirjat Jearim in Juda, darum
rief man jenen Ort Machane-Dan („Lager Dans); (so ist´s)
bis zu diesem Tag. Da! Hinter (westlich von) Kirjat Jearim (ist
es).
13 Und
sie gingen von dort hinüber zum Bergland Ephraims und kamen bis
zum Haus Michas.
14
Und es antworteten (hoben an) die fünf Mannen, die, die das Land
Lajisch auszuspionieren gewandelt waren, und sprachen zu ihren
Brüdern: Erkennt (wisst) ihr, dass in diesen Häusern Ephod
und Heilgötzen sind und eine Götzenskulptur und ein
gegossenes Götzenbild? Und nun, erkennt, was ihr zu tun habt!
15
Da bogen sie nach dorthin ab und kamen zum Haus des Jünglings,
des Leviten, zum Haus Michas, und sie fragten ihn nach dem Frieden
(nach seinem Wohlergehen).
16
Und die 600 Mann, die mit ihren Geräten des Streits
umschürzten,standen vor der Öffnung des Tores, sie, die aus
den Söhnen Dans.
17
Und die fünf Mannen, die, die das Land auszuspionieren gewandelt
waren, (stiegen) hinauf, kamen dorthin und nahmen die Götzenskulptur
und das Ephod und die Heilgötzen und das gegossene Götzenbild;
aber der Priester stand vor der Öffnung des Tores und die 600
Mann, die, die mit den Geräten des Streits umschürzt
waren.
18
Und als diese (fünf) in das Haus Michas gekommen waren. und die
Götzenskulptur, das Ephod und die Heilgötzen und das
gegossene Götzenbild genommen hatten, da sprach der Priester zu
ihnen: Was macht ihr?
19
Und sie sprachen zu ihm: Schweige! Lege deine Hand auf deinen Mund
und geh mit uns und werde uns zum Vater und zum Priester; ist's gut,
dass du Priester für das Haus eines einzelnen Mannes bist oder
dass du Priester für einen Stamm, ja für eine Sippe in
Israel bist?
20 Da
wurde dem Herzen des Priesters wohl, und er nahm das Ephod und die
Heilgötzen und die Götzenskulptur und kam in die Mitte des
Volks.
21
Und sie wandten sich und gingen und ließen die kleinen Kinder
und das Vieh und die wertvollen Sachen ihnen vorausgehen.
22
(Als) sie, ja sie sich vom Haus Michas entfernt hatten, da wurden die
Mannen, die in den Häusern waren, die nahe beim Haus Michas
(standen), wehschreiend herbeigerufen, und sie verfolgten die Söhne
Dans.
23
Und sie riefen den Söhnen Dans, und diese drehten ihr Angesicht
und sprachen zu Micha: Was ist dir, dass du wehschreiend
herbeigerufen wurdest?
24
Und er sprach: Meine Elohim, die ich gemacht habe, nahmt ihr und den
Priester, und ihr seid weggegangen. Und was ist mir (nun) noch, und
was soll dies, dass ihr zu mir sprecht: Was ist dir?
25
Da sprachen die Söhne Dans zu ihm: Lass deine Stimme nicht mehr
bei uns hören, dass euch nicht Mannen bitterer Seele
entgegenkommen (schlagen) und du deine Seele (mit denen der Toten)
versammelst und die Seelen deines Hauses.
26
Und die Söhne Dans gingen ihres Wegs. Und als Micha sah, dass
sie mächtiger waren als er, da wandte er sich und kehrte zu
seinem Haus zurück.
...
Die Gelegenheit, Priester eines ganzen Stammes zu werden, ließ der Levit sich nicht entgehen; so schloss er sich den Danitern an. In einem solchen Stamm, der sich einen eigenen, scheinheiligen Priester und manche Anbetungsgegenstände zugelegt hatte, musste der Götzendienst um sich greifen.
Was waren das eigentlich für Elohim, die Micha gehabt hatte, die er sich selber hergestellt hatte und die man stehlen konnte (Vers 24) Nichtigkeiten! Und jetzt hatte er noch nicht einmal mehr seine Nichtigkeiten.
Eroberung
Lajischs, Aufbau des Götzendienstes
27
Sie aber, sie nahmen, was Micha gemacht hatte, und den Priester, der
ihm zuteilgeworden war, und kamen wider Lajisch, wider ein
mußehabendes und sich sicher (fühlendes) Volk; und sie
schlugen sie mit dem Mund (der Schneide) des
Schwerts, und die Stadt verbrannten sie im Feuer.
28.
Und da war kein Bergender, denn die Stadt war fern von Sidon, und sie
hatten keine Sache (Konflikte) mit Menschen, und sie war in der
Tiefebene, die bei Bet Rechob war. Und sie bauten die Stadt wieder
auf und wohnten in ihr.
29 Und
sie riefen den Namen der Stadt “Dan” nach dem Namen Dans,
ihres Vaters, der dem Israel geboren worden war. Aber unwidersprochen
ist's: Lajisch war der Name der Stadt zu Anfang.
30
Und die Söhne Dans stellten sich die
Götzenskulptur auf. Und Jonatan, der Sohn Gerschons, des Sohnes
Moses, er und seine Söhne waren Priester für den Stamm der
Daniter bis zum Tag (ihrer) Verschleppung (aus) dem Land.
31
Und sie legten sich die Götzenskulptur Michas bei, die dieser
gemacht hatte; all die Tage (war´s so), während das Haus
des Elohims in Schilo war.
...
Lajisch gehörte zu Sidon, aber diese Stadt war zu fern, um rechtzeitig Hilfe leisten zu können. Die Eroberung Lajischs war somit nicht schwierig.
Jonatan
war der Name des Leviten; er war ein Enkel Moses (Vers 30). Einen
Abschreiber schmerzte dies so sehr, sodass er ein “n”
einsetzte, damit man „Manasse" lese, also statt MoSchäH
MöNaSchäH.
Der Stamm Dan frönte dem
Götzendienst, solange das Haus Jewes, des Elohims Israels, das
Zelt des Zeugnisses, in Schilo stand (Jos. 18:1; 1. Sam. 1:24; 3:21;
6:21). Nach der Reichsteilung im Jahr 945 v. Chr. (1. Kön. 12:
12-24) kam der Götzendienst unter König Jerobeam I zum
Höhepunkt (1. Kön. 12:28-33) und währte bis zur
Verschleppung der Nordstämme nach Assur im Jahr 722 v. Chr.
Kapitel
19
Ein Levit holt seine Nebenfrau zurück
1
Und es geschah in jenen Tagen, da war kein Regent in Israel. Und es
geschah, dass ein Mann, ein Levit, an den rückwärtigen
Flanken des Berglands Ephraims zu Gast war, und er nahm sich eine
Frau als Nebenfrau aus Bethlehem Juda.
2
Und seine Nebenfrau hurte wider ihn (war wider ihn gesinnt) und ging
weg von ihm zum Haus ihres Vaters nach Bethlehem Juda und war dort
tagelang, ja vier Monate.
3
Da stand ihr Mann auf und ging nach ihr, um ihrem Herzen zuzureden,
es (ihr Herz) zurückzubringen; und sein Jüngling (Knappe)
war mit ihm und eine Koppel Esel. Und sie (die Nebenfrau) brachte ihn
zum Haus ihres Vaters, und der Vater der Maid sah ihn und freute
sich, ihm zu begegnen.
4
Und sein Schwiegervater, der Vater der Maid, hielt ihn zurück,
und er wohnte drei Tage bei ihm; und sie aßen und tranken und
nächtigten dort.
5
Und es geschah am vierten Tag, da standen sie am Morgen früh
auf, und er stand auf, um zu gehen. Da sprach der Vater der Maid zu
seinem Schwiegersohn: Labe dein Herz mit einem Bissen Brot, und
danach (mögt) ihr gehen.
6
Und sie, ja sie beide, setzten sich und aßen zusammen und
tranken. Und der Vater der Maid sprach zu dem Mann: Sei doch geneigt
und nächtige, und wohl sei's deinem Herzen.
7
Und der Mann stand auf, um zu gehen. Da drang sein Schwiegervater in
ihn, und er nächtigte wiederum dort.
8
Und er stand am Morgen früh auf am fünften Tag, um zu
gehen. Da sprach der Vater der Maid: Labe doch dein Herz! Und sie
zögerten, bis sich der Tag neigte, und sie, sie beide aßen.
9
Und der Mann stand auf, um zu gehen, er und seine Nebenfrau und sein
Jüngling (Knappe). Und sein Schwiegervater, der Vater der Maid,
sprach zu ihm: Da, sieh doch! Der Tag ist erschlafft, dass es nun
Abend wird; nächtigt doch! Da! Der Tag
lagert; nächtige hier, und wohl sei´s deinem Herzen, und
ihr mögt morgen früh aufstehen für euren Weg, und du
wandelst zu deinem Zelt.
10
Aber der Mann willigte nicht ein zu nächtigen und stand auf und
ging und kam bis gegenüber (der Stadt) Jebus, sie ist Jerusalem,
und mit ihm war die Koppel gesattelter Esel, und seine Nebenfrau war
bei ihm.
11
Sie waren bei Jebus, und der Tag war überaus gesunken. Da sprach
der Jüngling zu seinem Herrn: Geh doch nun, und wir wollen uns
zu dieser Stadt des Jebusiters wenden, sodass wir in ihr
nächtigen.
12
Und sein Herr sprach zu ihm: Nicht wenden wir uns zu einer
auswärtigen Stadt hin, zu denen, die nicht von den Söhnen
Israels sind, aber wir gehen hinüber bis Gibea (Stadt im Losteil
Benjamins).
13
Und er sprach zu seinem Jüngling: Geh (komm), und wir wollen uns
einem der Orte nahen, und wir nächtigen in Gibea oder in Rama.
14
Und sie gingen vorüber und gingen weiter, und die Sonne ging
unter bei der (Stadt) Gibea, die zu Benjamin gehört.
...
Es ging böse zu in Israel. Hier wird uns ein weiteres Beispiel dafür berichet. Die Ereignisse sind zeitlich vor dem Richter Otniel (Dienstantritt 1387 v. Chr.) einzuordnen.
Wir
haben den Eindruck, dass der Mann und seine Nebenfrau
sich
versöhnten.
Der
Mann wollte nicht in Jebus übernachten, bei Ausländern. Das
ist verständlich. Leider aber sollte sich erweisen, dass auch
die Israeliten nicht besser waren als andere Menschen.
Die
Nächtigung in Gibea
15
Und sie bogen dort ab, zu kommen, um in Gibea zu nächtigen. Und
er kam hinein und setzte sich auf dem Platz der Stadt, und da war
niemand, der sie ins Haus aufnahm, um zu nächtigen.
16
Und da! Ein alter Mann kam von seiner Arbeit am Abend vom Gefild, und
der Mann war vom Bergland Ephraims, und er, er war ein Gast in Gibea;
aber die Mannen des Ortes waren Söhne des Jeminiters
(Benjaminiters).
17
Und er erhob seine Augen und sah den Mann, den Reisenden, auf dem
Platz der Stadt, und der alte Mann sprach: Wohin gehst du, und woher
kommst du?
18
Und jener sprach zu ihm: Wir gehen hinüber von Bethlehem Juda
bis zu den rückwärtigen Flanken des Berglands Ephraims; von
dort bin ich; und ich ging bis Bethlehem Juda, und samt dem Hause
Jewes (das heißt: als Levit) wandle ich, und niemand nimmt mich
ins Haus auf.
19
Und sowohl Häcksel als auch noch Futter für unsere Esel ist
da, und auch noch Brot und Wein ist da für mich und für
deine Magd und für den Jüngling (Knappen) bei deinen
Dienern; kein Mangel (besteht in) irgendeiner Sache.
20
Da sprach der alte Mann: Friede sei dir! Nur lass all deinen Mangel
auf mir liegen, nur nächtige nicht auf dem Platz.
21
Und er brachte ihn in sein Haus, und für die Esel wurde
herbeigeholt, und sie badeten ihre Füße und aßen und
tranken.
...
Gastfreundlichkeit entspricht dem Willen Gottes (Röm. 12:13; 1. Pet. 4:9). Aber kein Benjaminit fand sich dazu bereit, sondern nur der alte Mann aus Ephraim, der für längere Zeit in Gibea wohnte.
Die Gräueltat an der Nebenfrau
22
Und sie taten ihrem Herzen wohl. Und da! Mannen der Stadt, Mannen,
Söhne der Niedertracht, hatten das Haus eingekreist (und)
pochten an die Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Eigner
des Hauses, sprechend: Schicke den Mann heraus, der in dein Haus
gekommen ist, sodass wir ihn erkennen (sexuell missbrauchen).
23
Da ging der Mann, der Eigner des Hauses, hinaus zu ihnen und sprach
zu ihnen: Nicht (sei´s), meine Brüder, tut doch nichts
Böses, nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist; nicht tut
diese Verruchtheit.
24
Da! Meine Tochter, die Jungfrau, und seine Nebenfrau, sie will ich
doch herausschicken; und demütigt sie und tut ihnen, was in
euren Augen gut ist, aber diesem Mann tut ihr nicht die Sache dieser
Verruchtheit.
25
Aber die Mannen willigten nicht ein, auf ihn zu hören. Da griff
der Mann seine Nebenfrau und schickte sie hinaus zu ihnen nach
draußen, und sie erkannten sie (hurten mit ihr) und machten's
ihr kahl (alle Kleidung und Würde nehmend) all die Nacht bis zum
Morgen und entsandten sie, als die Schwarzröte (die frühe
Morgenröte) aufstieg.
26
Und die Frau kam zur Zeit der Morgenwende und fiel (tot nieder) vor
der Öffnung des Hauses des Mannes, wo ihr Herr (schlief), bis
das Licht kam.
27
Und ihr Herr stand am Morgen auf und öffnete die Türen der
Hauses und ging hinaus, um seines Weges zu gehen, und da: Die Frau,
seine Nebenfrau, war vor der Öffnung des Hauses hingefallen, und
ihre Hände (lagen) auf der Schwelle.
28
Und er sprach zu ihr: Steh auf, und wir wollen gehen. Aber da war
keine Antwort. Da nahm er sie auf den Esel, und der Mann stand auf
und ging zu seinem Ort.
29
Und er kam in sein Haus und nahm das Messer und hielt seine Nebenfrau
fest und zerstückte sie, Gebein (um Gebein von) ihr (nehmend),
zu zwölf Stücken. Und er entsandte sie innerhalb der ganzen
Grenze Israels.
30
Und es geschah: Jeder, der dies sah, sprach: Nicht ist (solches)
geschehen, und nicht wurde (etwas) gesehen wie dieses seit dem Tag,
da die Söhne Israels aus dem Land Ägypten heraufstiegen,
bis zu diesem Tag. Legt euch (fest) darauf (nehmt euch das Thema fest
vor), ratschlagt und redet.
...
Wir sind erschüttert! Die Ruchlosen hatten die Nebenfrau die ganze Nacht über sexuell missbraucht und ihren Tod herbeigeführt.
Die
Absicht der Gibeaniter, sich an dem Gast zu vergehen (Vers 22),
erinnert uns an die Ereignise in Sodom (1. Mose 19:1 - 11).
Die
Gastfreundschaft war unantastbar. Sie wurde in hohen Ehren gehalten
und stand über der Rücksichtnahme auf Frauen.
Mit der Zerstückung und Versendung der Gebeine der Nebenfrau an die zwölf Stämme erhob der Mann öffentliche Anklage. Die Zerstückung stellt kein ethisches Problem dar, weil der Leichnam ja Erdreich ist (1. Mose 2:7). Erst der eingehauchte Geist machte den Adam zu einer lebenden Seele.
Kapitel 20
Die Beratung der Söhne Israels
1
Und all die Söhne Israels gingen heraus, und die Zeugenschar
versammelte sich wie e i n Mann – von Dan bis Beerscheba, auch
die des Landes Gilead – zu Jewe hin in Mizpa (Stadt im Losteil
Benjamins).
2
Und es stellten sich auf die Eckfürsten (größten
Fürsten) all des Volkes, alle Stämme Israels, in der
Versammlung des Volks des Elohim, 400.000 Mann des Fußvolks,
(jeder ein) Schwertziehender.
3
Und die Söhne Benjamins hörten, dass die Söhne Israels
nach Mizpa hinaufgestiegen waren. Und die Söhne Israels
sprachen: Redet! Ach, wie geschah, ja geschah dieses Böse?
4
Da antwortete der Mann, der Levit, der Mann der ermordeten Frau, und
sprach: Nach Gibea, zu Benjamin gehörend, war ich gekommen, ich
und meine Nebenfrau, um zu nächtigen.
5
Da standen sie wider mich auf, die Eigner von Gibea, und kreisten das
Haus wider mich des Nachts ein; mich umzubringen, (gedachten) sie
gleicherweise, und meine Nebenfrau demütigten sie, sodass sie
starb.
6 Da
ergriff ich meine Nebenfrau und zerstückte sie und entsandte sie
in all das Gefild des Losteils Israels, denn sie taten (einen
schändlichen) Anschlag und eine Verruchtheit in Israel.
7
Da! Ihr seid alle hier, Söhne Israels, gewährt (schafft)
auch Wort und Rat hierzu.
8
Da stand das ganze Volk wie e i n Mann auf, sprechend: Nicht gehen
wir ein jeder zu seinem Zelt und nicht kehren. wir uns um ein jeder
zu seinem Haus.
9
Und nun, dies ist die Sache, die wir der (Stadt) Gibea tun werden,
wider sie durch das Los (dazu erwählend):
10
Wir nehmen zehn Mannen pro hundert aus all den Stämmen Israels
und hundert pro tausend und tausend pro zehntausend, um Proviant für
das Volk zu holen, dass sie bei ihrem Kommen nach Geba (Gibea) (in)
Benjamin tun, was all der Veruchtheit entspricht, welche es in Israel
tat.
11 Und
die ganze Mannschaft Israels versammelte sich zu der Stadt hin wie
e i n Mann, als Verbündete.
12
Und die Stämme Israels entsandten Mannen zu allen Stämmen
Benjamins, sprechend: Was ist dieses Böse, das immitten von euch
geschah, ja geschah?
...
Israel
war vereint, wie wiederholt betont wird, und das Urteil lautete
übereinstimmend, die Stadt Gibea zu bestrafen. Ein Zehntel der
Krieger sollte den Proviant für das Heer besorgen (Vers 10).
Erfolgloser Kampf
13
Und nun, gebt die Mannen heraus, die Söhne der Niedertracht, die
in Gibea sind, sodass wir sie töten, und wir wollen das Böse
aus Israel vertilgen. Aber die Söhne Benjamins willigten nicht
ein, auf die Stimme ihrer Brüder zu hören, der Söhne
Israels.
14
Und die Söhne Benjamins versammelten sich aus den Städten
nach (der Stadt) Gibea, um zum Streit mit den Söhnen Israels
auszuziehen.
15
Und die Söhne Benjamins wurden an jenem Tag aus den Städten
zum Heer bestimmt: 26.000 Mann, (jeder ein) Schwertziehender,
gesondert von den Bewohnern der (Stadt) Gibea, die auch zum Heer
bestimmt wurden: 700 erwählte Männer.
16
Von all diesem Volk waren 700 erwählte Männer an ihrer
rechten Hand behindert; jeder von ihnen schleuderte den Stein
haargenau, und nicht verfehlte er.
17
Und auch die Mannschaft Israels wurde zum Heer bestimmt, gesondert
von Benjamin: 400.000 Mann, (jeder) ein Schwertziebender; jeder von
diesen war ein Mann des Streits.
18
Und sie standen auf und (stiegen) hinauf nach Bet-El und befragten
Elohim. Und die Söhne Israels sprachen: Wer von uns soll zu
Beginn des Streits mit den Söhnen Benjamins hinaufsteigen? Und
Jewe sprach: Juda zu Beginn.
19
Und die Söhne Israels standen am Morgen auf und lagerten wider
die (Stadt) Gibea.
20
Und die Mannschaft Israels zog aus zum Streit mit Benjamin, und die
Mannschaft Israels ordnete sich zum Streit gegen sie auf die (Stadt)
Gibea zu.
21
Und die Söhne Benjamins gingen aus der (Stadt) Gibea heraus und
verdarben in Israel an jenem Tag 22.000 Mann, (sie) zur Erde
(niederstreckend).
22
Und das Volk, die Mannschaft Israels, hielt sich (blieb fest), und
sie fuhren fort, sich zum Streit zu ordnen an dem Ort, wo sie sich am
ersten Tag (zum Streit) geordnet hatten.
23
Und die Söhne Israels waren hinaufgestiegen und hatten
angesichts Jewes geweint bis zum Abend und Jewe befragt, sprechend:
Soll ich fortfahren, zum Streit mit den Söhnen Benjamins meines
Bruders, herzuzukommen? Und Jewe hatte gesprochen: (Steigt) hinauf zu
ihm!
24 Und
die Söhne Israels nahten den Söhnen Benjamins am zweiten
Tag.
25 Und
Benjamin ging aus der (Stadt) Gibea heraus, ihnen zu begegnen am
zweiten Tag, und sie verdarben inmitten der Söhne Israels noch
18.000 Mann, (sie) zur Erde (niederstreckend); all diese waren
Schwertziehende.
26
Da stiegen all die Söhne Israels hinauf und all das Volk, und
sie kamen nach Bet-El und weinten und saßen dort angesichts
Jewes und fasteten an jenem Tag bis zum Abend und (weihten)
Hinaufzuweihende (Brandopfer) hinauf und Friedensgaben angesichts
Jewes.
27
Und die Söhne Israels befragten Jewe dort war nämlich die
Lade des Bundes des Elohim in jenen Tagen,
28
und Pinechas, der Sohn Eleasars, des
Sohnes Aarons, stand in jenen Tagen ihr angesichts , sprechend: Soll
ich noch fortfahren, auszuziehen zum Streit mit den Söhnen
Benjamins, meines Bruders, oder soll ich ablassen? Da sprach Jewe:
(steigt) hinauf, denn morgen gebe ich ihn in deine Hand.
...
Zum
zweiten Mal antwortete Jewe, dass Juda zuerst ausrücken soll
(Ri. 1:2; 20:18). Juda sollte der führende Stamm werden (vgl.
1. Mose 49:8 - 12).
Das Verhalten der Söhne Israels war
insofern erfreulich, als sie das Böse aus Israel vertilgen
wollten (Vers 13), nach den Niederlagen weinten, ihre Gegner als
Brüder ansahen und wiederum, weil sie Jewe befragten. Die
Bundeslade stand vorübergehend in Bet-El. Ob die zwei
Niederlagen nötig waren, um auch Israel selbst zur Besinnung auf
Jewe zu führen?
Nahezu völlige Ausrottung Benjamins
29
Und Israel legte Lauernde (legte einen Hinterhalt) rings um die
(Stadt) Gibea.
30
Und die Söhne Israels (stiegen) hinauf zu den Söhnen
Benjamins am dritten Tag und ordneten sich zum Streit wie von Mal zu
Mal der (Stadt) Gibea zu.
31
Und die Söhne Benjamins gingen hinaus, dem Volk zu begegnen,
(sie) waren von der Stadt abgezogen (entfernt) und begannen,
(etliche) von dem Volk zu schlagen, sodass wie von Mal zu Mal
Durchbohrte in den Hochwegen (lagen), von denen einer nach Bet-El
hinaufführte und einer nach Gibea im Gefild; etwa dreißig
Mann aus Israels (Mannschaft waren Durchbohrte).
32
Und die Söhne Benjamins sprachen: Zerwuchtete (Zerstoßene)
sind sie uns angesichts wie anfänglich. Aber die Söhne
Israels sprachen: Wir wollen fliehen und dieses (Volk; Benjamin) von
der Stadt abziehen (weglocken) den Hochwegen zu.
33
Und die ganze Mannschaft Israels, sie standen auf (machten sich auf
(jeder) von seinem Platz, und ordneten sich zum (Streit) in Baal
Tamar (Ort bei Gibea); und die Lauernden (der Hinterhalt) Israels
gischten hervor aus ihrem Platz aus dem Brachland Gebas (Gibeas).
34
So kamen sie vor die (Stadt) Gibea, 10.000 Mann, Erwählte
(Heeresdiensttaugliche), aus ganz Israel, und der Streit (die
Schlacht) war schwer; aber jene (die Benjaminiter) erkannten nicht,
dass sie das Böse berührte (ihr Unheil nahte).
35
Und Jewe zerwuchtete Benjamin angesichts Israels, und die Söhne
Israels verdarben in Benjamin an jenem Tag 25.100 Mann, (jeder) von
all diesen war ein Schwertziehender.
36
Und die Söhne Benjamins sahen, dass sie zerwuchtet waren; und
die Mannschaft Israels, sie gaben Benjamin Freiraum, denn sie
sicherten sich zur Lauerstellung hin (verließen sich auf die
Lauernden), die sie der (Stadt) Gibea zu gelegt hatten.
37
Und die Lauernden, sie eilten und zogen der (Stadt) Gibea zu aus, und
die Lauernden zogen hin und schlugen die
ganze Stadt mit dem Mund des Schwertes.
38
Und es geschah, dass der bezeugte (festgesetzte) (Zeitpunkt kam), der
für die Mannschaft Israels mit den Lauernden (vereinbart war).
(Der Ruf:) „Mehre (den Streit)!" (bedeutete), dass sie ein
Rauchzeichen aus der Stadt aufsteigen lassen (sollen).
39
Und die Mannschaft Israels wandte sich um (machte kehrt) im Streit,
und Benjamin begann, gegen die Mannschaft Israels zu schlagen, dass
etwa dreißig Mann durchbohrt waren, sodass man sprach: Jedoch
eine Zerwuchtete, ja Zerwuchtete ist sie (die Mannschaft Israels) uns
angesichts wie in dem anfänglichen Streit.
40
Da begann das Zeichen aus der Stadt
aufzusteigen, eine Rauchsäule, und Benjamin wandte sich zurück,
und da! Auf (stieg's) aus der ganzen Stadt gen die Himmel.
41
Und die Mannschaft Israels wandte sich um, und (infolgedessen) wurde
die Mannschaft Benjamins rastlos (bestürzt), denn sie sah, dass
sie das Böse berührt hatte.
42
Und sie wandten sich angesichts der Mannschaft Israels den Weg der
Wildnis zu, aber der Streit hing ihr (der Mannschaft Benjamins) an
(verfolgte sie), und die, die aus den Städten (kamen), verdarben
sie in ihrer (der Mannschaft Israels) Mitte.
43
Sie hatten Benjamin umringt, hatten ihn verfolgen lassen, eine
Ruhestätte (im Streit) ihn betreten lassen, bis er vor der
(Stadt) Gibea war vom Aufgang der Sonne her.
44
Und von Benjamin fielen 18.000 Mann, all diese waren gewappnete
Mannen.
45
Da wandten sie sich und flohen gen die Wildnis zu dem Steilfelsen
Rimon; und jene machten ihn (Benjamin) in den Hochwegen kahl (alles
nehmend), 5.000 Mann, und hingen (verfolgend) an hinter ihm
(Benjamin) her bis gen Gideom (Ort im Losteil Benjamins zwischen
Gibea und dem Felsen Rimon) und schlugen von ihm (Benjamin) (noch)
2.000 Mann.
46
Und so war's: All die Gefallenen von Benjamin an jenem Tag waren
25.000 Mann, (jeder) ein Schwertziehender; all diese waren gewappnete
Mannen.
47
Und es wandten sich und flohen gen die Wildnis zu dem Steilfelsen
Rimon 600 Mann; und sie blieben vier Monate
beim Steilfelsen Rimon.
48
Und die Mannschaft Israels, sie kehrten zurück zu den Söhnen
Benjamins und schlugen sie mit dem Mund des Schwertes, von noch
Unversehrten der Stadt bis zum Getier, bis zu all denen, die gefunden
wurden; auch noch all die Städte, die gefunden wurden, ließen
sie in Feuer aufgehen.
...
Vers 48 lässt erkennen, dass Israel alle Menschen und Tiere in Gibea und all den anderen Städten und Dörfern Benjamins niedermachte, nicht nur die Krieger, sondern auch die gesamte Zivilbevölkerung (Ri. 21:16). Nur wenige überlebten.
Vers
35 gibt das Endergebnis an, die folgenden Verse sodann die
Einzelheiten, die zu diesem Ergebnis führten.
Benjamin trat
an mit 26.700 Mann (Vers 15), verlor 18.000 (Vers 44), 5.000 und
2.000 Mann (Vers 45), also 25.000 Mann (Vers 46). Nach Vers 35 waren
es 25.100 Gefallene. Eine Differenz von 100. Diese 100 Mann fielen
vielleicht im Zuge des Verses 48.
Von den anfangs 26.700 Mann überlebten rein rechnerisch (26.700 - 25.100) 1.600, tatsächlich aber nur die 600 Männer, die sich zum Steilfelsen Rimon gerettet hatten, wie auch Kapitel 21 ausweist. Was mit den 1.000 geschehen ist, weiß ich nicht, jedenfalls sind sie umgekommen, aber nicht am dritten Tag (Vers 35), sondern vielleicht an weiteren Tagen (Vers 48) oder es sind wohl eher die ungenannten Verluste des ersten und zweiten Tages (Vers 21 + 25).
Kapitel 21
Die Suche nach Frauen für die Überlebenden Benjamins
1
Und die Mannschaft Israels hatte in Mizpa geschworen sprechend:
Niemand von uns wird seine Tochter einem aus Benjamin zur Frau
geben!
2
Und das Volk kam nach Bet-El, und sie saßen (blieben) dort bis
zum Abend angesichts des Elohim und erhoben ihre Stimme und weinten,
ja weinten sehr,
3
und sprachen: Warum, Jewe, (du) Elohim Israels, geschah dies in
Israel, dass am heutigen Tag ein Stamm von
Israel heimgesucht wurde?
4
Und es geschah am nächsten Tag, da stand das Volk früh auf,
und sie bauten dort einen Altar und weihten hinauf Hinaufzuweihende
(Brandopfer) und Friedensgaben.
5 Und
die Söhne Israels sprachen: Wer ist's von allen Stämmen
Israels, der nicht hinaufgestiegen ist in die Versammlung zu Jewe?
Denn es war der große Schwur geschehen den betreffend, der
nicht zu Jewe nach der (Stadt) Mizpa hinaufsteigt, sprechend: Zu
sterben wird er getötet!
6
Und die Söhne Isaels wurden umgestimmt bezüglich Benjamins,
ihres Bruders, und sprachen: Abgehauen ist am heutigen Tag ein Stamm
von Israel.
7
Was tun wir für sie, ja für die Übriggelassenen, ihnen
zu Frauen (zu verhelfen)? Und wir, ja wir, haben doch bei Jewe
geschworen, ihnen nimmer von unseren Töchtern zu Frauen zu
geben.
8
Und sie sprachen: Wer ist der eine von den Stämmen Israels, der
nicht zur (Stadt) Mizpa zu Jewe hinaufgestiegen ist? Und da! Niemand
von Jabesch in Gilead war zu dem Lager gekommen; zur Versammlung.
9
So wurde das Volk durchgesehen, und da! Kein Mann war dort von den
Bewohnern Jabesch Gileads.
10 Da
entandte die Versammlung 12.000 Mann von den gewappneten Söhnen
dorthin, und sie geboten ihnen, sprechend: Geht, und ihr erschlagt
die Bewohner Jabesch Gileads mit dem Mund des Schwertes, auch die
Frauen und die kleinen Kinder.
11
Und dies ist die Sache, die ihr tun sollt: Alles Männliche und
jede Frau, die das Liegen mit Männlichen erkannte, sie verbannt
ihr.
12 Und
sie fanden unter den Bewohnern Jabesch Gileads 400 Maiden,
Jungfrauen, die keinen Mann als mit Männlichem Liegende erkannt
hatten, und sie brachten sie zu dem Lager Schilo (Stadt im Losteil
Ephraims), das im Land Kanaan ist.
13
Und die ganze Zeugenschar sandte hin und redete zu den Söhnen
Benjamins, die im Bereich des Steilfelsens Rimon waren, und sie
riefen ihnen zu: (Es ist) Friede!
14
Und Benjamin kehrte zu jener Zeit zurück, und sie gaben ihnen
die Frauen, die sie von den Frauen Jabesch Gileads am Leben (erhalten
hatten); aber nicht fanden sie für sie ebensoviele (wie jene an)
Zahl.
15
Und das Volk war umgestimmt bezüglich des Benjamin, denn Jewe
hatte eine Bresche in die Stämme Israels
geschlagen.
16
Und die Ältesten der Zeugenschar sprachen: Was tun wir für
die Übrigen, (ihnen) zu Frauen (zu verhelfen), denn aus
Benjaminmwurde jede Frau vertilgt.
17
Und sie sprachen: Ein rechtmäßiger Besitz für die
Entronnenen sei dem Benjamin, damit nicht weggewischt werde ein Stamm
aus Israel.
18
Wir aber, nicht können wir ihnen Frauen von unseren Töchtem
geben, denn die Söhne Israels haben geschworen, sprechend:
Verdammt sei der, der dem Benjamin eine Frau gibt.
...
Das
eine war: Durch den Tod der Benjaminiter war die Blutschuld von
Israel abgewaschen. Das war wichtig. Das andere war: Es bedrückte
sie eine gewaltige Tragödie: Sollte ein Stamm aussterben? Und
woher sollte man Frauen für die Benjaminiter nehmen? Mit ihrem
Schwur, ihnen keine ihrer Töchter zu geben, hatten sie sich
selbst blockiert.
Aber der andere Schwur, nämlich dass
getötet werden sollte, wer nicht nach Mizpa kommt (Vers 5)
brachte die Lösung. Von Jabesch war kein Vertreter gekommen.
Nach dem Gericht über diese Stadt waren 400 der 600 Männer
mit Frauen versorgt, aber was konnte man für die restlichen 200
tun?
Der Raub der Töchter Schilos
19
Und sie sprachen: Da! Ein Fest Jewes ist von Tagen zu Tagen (von Jahr
zu Jahr, d.h. jedes Jahr) in der Stadt Schilo, die nördlich von
Bet-El (liegt), gen Aufgang der Sonne (östlich) des Hochwegs,
dem von Bet-El nach Sichem hinaufsteigenden, und südlich der
(Stadt)
Lebona (liegt).
20
Und sie geboten den Söhnen Benjamins, sprechend: Geht, und ihr
lauert in den Weinbergen,
21
und so werdet ihr sehen, und da! Wenn die Töchter Schilos
herausgehen, um Wirbeltänze wirbelnd zu tanzen, so geht ihr
heraus aus den Weinbergen, und ihr erhascht euch von den Töchtern
Schilos ein jeder seine Frau, und dann wandelt ihr zum Land
Benjamin.
22
Und es geschehe: So denn ihre Väter oder ihre Brüder
kommen, uns zu behadern (einen Wortstreit mit
uns zu führen), so sprechen wir zu ihnen: Gewährt sie uns
aus Gnade, denn im Kampf gegen Jabesch Gilead konnte nicht ein jeder
seine Frau nehmen. So denn ist's: Nicht habt ihr, ja ihr (Einwohner
von Schilo), sie ihnen gegeben, sodass ihr (nun) gemäß dem
derzeitigen (Geschehen) schuldig wärt.
23
Und die Söhne Benjamins taten also und erhoben sich Frauen nach
ihrer Zahl aus den durch die Reihen Tanzenden, die sie geraubt
hatten. Und sie gingen und kehrten zu ihrem Losteil zurück und
bauten die Städte (wieder auf) und wohnten in ihnen.
24
Und die Söhne Israels wandelten von dort weg in jener Zeit, ein
jeder zu seinem Stamm und zu seiner Sippe, und sie gingen von dort
heraus, ein jeder zu seinem Losteil.
25
In jenen Tagen war kein Regent in Israel, ein jeder tat das in seinen
Augen Gerade.
...
Schilo
lag im Losteil Ephraims. Ein jährliches Fest, an dem die
Jungfrauen der Stadt tanzten, bot die Gelegenheit, dass auch die
restlichen 200 Männer Benjamins zu einer Frau kommen konnten.
Geben, ja geben durfte man ihnen keine, aber dass sie sich welche
nehmen, ja nehmen, rauben, das war vertretbar.
In jenen Tagen
war kein König und kein Richter in Israel; so tat ein jeder, was
ihm passte. Es mangelte ihnen an der Treue zu Jewe, ihrem Elohim.
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